Uezwil
Hans-Peter Eichenberger prägte 30 Jahre lang die Uezwiler Schüler

Hans-Peter Eichenberger (55) feiert heute an der Schulschlussfeier auch seinen Abschied von der Dorfschule. Dass er 30 Jahre an der winzigen Dorfschule in Uezwil unterrichten würde, hätte sich der damalige Schüler nie träumen lassen.

Andrea Weibel
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Gemeinsam mit seinen Schülerinnen und Schülern bereitet sich Hans-Peter Eichenberger auf seine allerletzte Schulschlussfeier in Uezwil vor. aw

Gemeinsam mit seinen Schülerinnen und Schülern bereitet sich Hans-Peter Eichenberger auf seine allerletzte Schulschlussfeier in Uezwil vor. aw

«Als ich zum allerersten Mal in Uez-wil war, kam ich gerade mit dem Velo von einem Pfadfindertreffen in Bremgarten und dachte, das sei eine Abkürzung. Ich erinnere mich, dass vor dem Dorf beeindruckend viele riesige Birnbäume standen und es noch kaum Einfamilienhäuser, sondern fast nur schöne alte Bauernhäuser gab», erzählt Hans-Peter Eichenberger.

Ganz unabhängig davon lernte er die dortige Lehrerin kennen und verliebte sich in sie. Die Geschichte verlief wie am Schnürchen: Er übernahm die zweite Lehrerstelle im Dörfchen, die beiden heirateten und zogen ihre vier Kinder erst in der Lehrerwohnung – heute zur Gemeindekanzlei umgebaut – und später im eigenen Häuschen gross. Dort wohnt der heute Geschiedene noch immer.

Binokulare dank Papiersammeln

25 Jahre lang war Eichenberger Rektor an der Schule, die zu Spitzenzeiten 32 Schüler zählte. Dabei gestaltete er die Schule stark mit. «Wir sind beispielsweise sehr modern eingerichtet, was Beamer, Binokulare und Ähnliches betrifft. Uezwil war ein armes Dorf, so haben wir uns das meiste davon durch Papiersammeln selber verdient», sagt er stolz.

Von dieser Armut, die durch Einfallsreichtum bezwungen werden konnte, zeugt auch die Entstehungsgeschichte der Bühne: «Für die jährlichen Auftritte und Proben des Turnvereins und des Jodlerklubs brauchte es dringend eine Bühne, die an die Turnhalle angrenzt. Doch das wollte der Kanton nicht bezahlen», erinnert er sich. «Was er bezahlen musste,
waren Zivilschutzräume. Diese wurden etwas erhöht eingebaut, so hatten wir einen Bühnenboden. Ausserdem brauchte es ein neues Feuerwehrlokal – das ergab die Rückwand.» Die andere Wand deckte der Geräteraum ab und die Decke war der Boden des überdachten Pausenplatzes. «Es brauchte nur noch eine Wand und wir hatten eine Bühne», freut sich Eichenberger noch heute.

Musical als Highlight

Der 55-Jährige hat an der Schule Uezwil viele schöne Momente erlebt. Als Highlights nennt er Lager, Lichterumzüge und Schulschlussfeiern. «Der Moment, der mich wohl am meisten berührt hat, war ein Musical, das wir aufgeführt haben. Die Kinder sangen so ausdrucksstark, das werde ich nie vergessen.» Dennoch sind für ihn 30 Jahre am selben Ort genug. «Es ist Zeit für eine Veränderung», sagt er. «Ich werde eine 3. Klasse an einer grösseren Schule in der Region übernehmen.» Die schöne Zeit in Uezwil mit Schülern, Eltern und Lehrpersonen nimmt er als Erinnerungen mit.

Eichenbergers letzte Uezwiler Schulschlussfeier findet heute Abend um
18 Uhr in der Turnhalle statt.

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