Wohlen
Handdruckspritzenwettbewerb ist in Wohlen ein voller Erfolg

Die Teilnehmer des 17.Schweizerischen Handdruckspritzenwettbewerbs gaben trotz Regen vollen Einsatz auf dem Hofmattenareal. Obwohl es eine Rangliste gibt, steht der Erhalt der Gerätschaft im Vordergrund.

Hanna Widmer
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Anstrengend: 30 Doppelschläge pro Minute werden während vier Minuten von den Mannschaften verlangt. hwi

Anstrengend: 30 Doppelschläge pro Minute werden während vier Minuten von den Mannschaften verlangt. hwi

«Und... Eins! Zwei! Eins! Zwei!» So wurden die Zuschauer vor der Hofmattenanlage am vergangenen Samstag schon von weitem begrüsst.

Dort fand nämlich der 17. Schweizerische Handdruckspritzenwettbewerb statt. Teams aus feuerwehrbegeisterten Männern und Frauen gaben je während rund einer Viertelstunde alles – denn es kam bei der Höhe der Punktzahl auch wirklich auf alles an: Wie benimmt sich die Mannschaft? Hat der Kommandant seine Crew im Griff? Schafft sie es, die ausgeloste Wassermenge mit vereinten Kräften rauszupumpen?

Rücksicht auf die Spritzen

Zwar treten auf dem Platz die einzelnen Mannschaften gegeneinander an. Doch es gehe nicht darum, besser zu sein als die anderen Teams, sagte OK-Präsident Edi Brunner: «Die Veranstaltung ist ein Wettbewerb, kein Wettkampf.»

Man achtet gut auf die teilweise über 100 Jahre alten Handdruckspritzen, die die Mannschaften mitbringen.

Allesamt Unikate, wurden sie von den Feuerwehrleuten mit viel Leidenschaft und Rücksicht auf Originalität instand gestellt. Übrigens auch etwas, wofür die Teams auf dem Platz Punkte holen konnten: die Handdruckspritze selber. Wird sie gut gewartet? Wie authentisch sind die einzelnen Teile? Wurden bei einer Revision statt der Lederdichtungen Gummidichtungen eingesetzt?

«Dass eine Lederdichtung platzt, kommt häufig vor», sagt Edi Brunner. Dies passierte auch dem Wohler Team. «Jetzt geh ich damit halt wieder zum Schuhmacher, um sie zu erneuern.»

Polnisches Team in Wohlen

Auch Teams aus dem Ausland nehmen jedes Jahr am Wettbewerb teil. Dieses Jahr war es eine Delegation aus dem polnischen Dörfchen Miechucino. Sie traten mit der Angliker Spritze des Wohler Teams an – und belegten damit den 20. Rang. Ihre
eigene Spritze durften sie nicht einführen. «Was älter ist als Jahrgang 1945, darf nicht aus dem Land gebracht werden», erklärt Brunner. Das wurde einer Mannschaft aus Turin dieses Jahr zum Verhängnis: Sie bekamen keine Bewilligung für die Ausführung. «Und ohne ihre eigene Spritze wollten sie nicht kommen.»

Brunner ist zufrieden mit dem Tag. 26 Teams und 5 Aussteller waren dabei. Und auch Zuschauer erschienen trotz Regenwetter einige.