Vor mehr als zwölf Jahren wohnte Hampi Arnet in der Rössligasse in Bremgarten, vis-à-vis der damaligen Rösslibar. Diese schloss, und der gelernte Werkzeugmacher ergriff die Chance, um sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen und eine eigene Bar zu eröffnen. 08/16 war geboren. Arnet hatte damals noch keine Erfahrung mit dem Betreiben einer Bar und liess sich von zwei erfahrenen Freunden helfen: «Trotz Startschwierigkeiten war mir eines ganz klar», erzählt er, «ich wollte Live-Musik anbieten und Konzerte veranstalten.» Und damit traf Arnet, der von allen Hampi genannt wird, genau die richtige Entscheidung.

«Das 08/16 kennt man in der Region, weil es eben nicht 08/15 ist», sagt Stammgast Beat Kohler. Seit Eröffnung der Beiz kennt er das 08/16 und beschreibt es als «intellektuellen Raucherecken-Spunten». Arnet wusste, dass die Räumlichkeiten der Bar für Bandauftritte eigentlich zu klein wären, liess sich aber nicht davon abhalten, trotzdem Konzerte zu veranstalten: «Am Anfang war es eine Null-Runde. Aber mit der Zeit hat sich das 08/16 gut entwickelt und ist vor allem wegen der Musik bekannt geworden.» Arnets erster Mietvertrag war auf fünf Jahre befristet, hat sich dann aber stillschweigend immer wieder verlängert. «Ich habe nicht erwartet, dass ich die Bar über zehn Jahre behalten würde. Sicher war aber, dass ich sie nie bis zu meiner Pensionierung betreiben würde», stellt er klar.

Mehr Zeit für Soziales

So ist der Wirt erst 48 Jahre alt, wenn seine Bar nun schliesst. Arnet erklärt, warum: «Die letzten vier Jahre habe ich alles alleine gemacht, hatte kaum frei. Büro, Aufräumen, Einkaufen, Barbetrieb – das wurde mir einfach irgendwann zu viel.» Er möchte wieder mehr Zeit für sich und sein Umfeld aufbringen können, denn das kam meistens zu kurz. Nachdem das letzte Bier über die Theke gereicht und das Inventar verräumt sein wird, will Arnet erstmal ausspannen: «Ein bis zwei Monate den Kopf durchlüften, dann schaue ich mich nach einem neuen Projekt um.» Und was könnte das sein? «Ich weiss noch nichts Genaues, auf jeden Fall etwas Kreatives.» Traurig darüber, dass er die Bar schliesse, sei er nicht. «Noch nicht. Die Wehmut kommt dann am Abschlussfest.» Was danach aus dem Lokal wird, ist noch unklar.

Bremgarten bei Bern

«Heute Abend und am Samstag läuft der Betrieb aber noch einmal auf Hochtouren», vertröstet Arnet. Die Rössligasse wird gesperrt, Festbänke und eine Bühne aufgestellt. Zuerst spielt dort «Strange Shape», eine Freiämter Band. Danach die südamerikanische Reaggae-Gruppe «Mañana me chanto».

Arnet veranstaltete vor zwölf Jahren das erste Gassenfest, und schon damals reiste diese Gruppe an. Der Wirt erinnert sich gerne zurück: «Die Band sollte um 8 Uhr auftreten. Doch sie kamen und kamen nicht. Ich rief sie an und sie sagten, sie würden am Bahnhof Bremgarten warten. Es stellte sich heraus, dass sie in Bremgarten bei Bern gelandet waren», lacht Arnet.

Mit der Band «FUK», die am Samstag um 16 Uhr als Eröffnungsact auftreten wird, verbindet Arnet ebenfalls eine Geschichte: «Die Musiker und ich sind zusammen in Sins aufgewachsen. Und auch sie beenden ihre Bandkarriere in diesem Jahr.» Stammgast Kohler freut sich aufs Fest, ist sich aber sicher: «Das 08/16 werde ich vermissen. Hampi hat Kultur gemacht, als einer von wenigen.»