Die Schule Wohlen verfügt aktuell nicht über genügend Schulraum, um alle Abteilungen zu unterrichten. Das ist nicht neu, sondern der Gemeinde seit Jahren ein Dorn im Auge. Derzeit muss zusätzlicher Schulraum zugemietet werden, ausserdem kann der definierte Raumstandard für zeitgemässen Schulunterricht nicht erfüllt werden. Im Juni 2015 wurde der Kauf von Land an der Pilatusstrasse, wo ein neues Bezirksschulhaus hätte gebaut werden sollen, vom Einwohnerrat abgelehnt. Nun hat sich der Gemeinderat an die Wohler Parteien gewandt, um von ihnen zu erfahren, in welche Richtung er weiter vorgehen soll.

Er schlägt vor, auf dem Perimeter des Schulzentrums Halde zusätzlichen Schulraum zu erstellen, insbesondere, indem die bestehende alte Turnhalle umgebaut wird, aber auch durch einen Neubau für die Primarschule. Hier sind sich jedoch nicht alle Parteien einig. SVP und SP sehen diesen Vorschlag als zielführend an. Die Grünen fordern, den zusätzlichen Schulraum auf dem Bleichi-Areal umzusetzen, und auch CVP, FDP und GLP/EVP wollen wissen, weshalb die Bleichi als Standort verworfen worden ist.

Nun legt der Gemeinderat dem Einwohnerrat zwei Szenarien zur Auswahl vor. Entweder wird die Planung auf dem Halde-Areal weitergeführt. Diese Generalplanersubmission für die Sanierung und den Teilneubau des Schulzentrums Halde wird mit 104 000 Franken veranschlagt. Das zweite Szenario wäre eine vertiefte Vergleichsstudie, die die beiden Areale Halde und Bleichi einander gegenüberstellt. Diese würde 133 000 Franken kosten.

Bezug 2022 geplant

Ganz wichtig ist dem Gemeinderat, dass bei beiden Szenarien eine minimale Verfahrensdauer angestrebt wird, damit der Schulbetrieb schnellstmöglich über die erforderlichen Schulräume verfügen kann. Bei Szenario A, also der Weiterführung der Planung auf dem Areal Halde, wird ein Bezug im Sommer 2022 angestrebt. Bei Szenario B, dem Vergleich, geht man vom selben Zeitplan aus, allerdings verschoben um mindestens sechs Monate, denn so lange dauert die Vergleichsstudie. Ebenfalls sei es wichtig, die Nutzergruppen, also die Schule, in die Planungsarbeiten einzubeziehen.

Szenario A würde laut einer groben Kostenberechnung durch die Abteilung Planung, Bau und Umwelt rund 27,4 Millionen Franken kosten. Den Hauptteil würde dabei ein Neubau für die Primarschule ausmachen, der auf rund 9 Millionen geschätzt wird. Für weitere rund 5 Millionen soll die Bezirksschule ergänzt bzw. erweitert werden. Der Rest geht vor allem zulasten von Sanierungen aller Gebäude im Areal Halde. In die Planungen eingeschlossen wird auch das Wietlisbach-Schulhaus, das jedoch nicht für Klassenzimmer geeignet sei.

Um Zeit zu sparen, bessere Mitsprachemöglichkeiten zu haben und auch die Kosten genauer im Griff behalten zu können, will der Gemeinderat eine Generalplanersubmission statt eines Wettbewerbs durchführen. Dies habe sich bereits beim Bahnhof bewährt.

Drei Varianten Bleichi prüfen

Bei der Vergleichsstudie, Szenario B, sollen drei Varianten geprüft werden. Einerseits das oben beschriebene Szenario A, bei dem Primar- und Bezirksschule beide auf dem Areal Halde bleiben (genannt Halde-Halde). Zweitens Sanierungen und Neubauten auf dem Bleichi-Areal für die Primarschule und Sanierung auf dem Halde-Areal für die Bezirksschule (Bleichi-Halde). Und drittens das Umgekehrte: Primar in der Halde, Bez in der Bleichi (Halde-Bleichi). Einen grossen Nachteil – neben dem einschränkenden Ensembleschutz der Bleichi – sieht der Gemeinderat bei den beiden letzteren Varianten dabei, dass der stufen- und altersdurchmischte Ansatz so nicht mehr weitergeführt werden könnte. Auch könnten keine Synergien mehr genutzt werden. Die Kosten würden sich, laut grober Berechnung durch die Abteilung Planung, Bau und Umwelt auf 27,4 Mio. (Halde-Halde), 35,5 Mio. (Bleichi-Halde) oder 38,2 Mio. Franken (Halde-Bleichi) belaufen.

Der Terminplan sieht vor, dass am 25. September der Kreditantrag entweder für die Generalplanersubmission oder die Vergleichsstudie vom Einwohnerrat genehmigt wird. Im September 2019 soll das ausgearbeitete entsprechende Projekt dann vors Volk kommen.