Sie sind sich einig: Die Gemeindeammänner des Bezirks Muri wehren sich nicht gegen übergelagerte, schnelle Zugsverbindungen durchs Freiamt, stellen aber Bedingungen. So dürfen diese Verbindungen den Halbstundentakt zwischen Lenzburg und Rotkreuz mit Halt an allen Stationen im Oberfreiamt nicht gefährden.

Wohlen mit seinen hohen Passagierfrequenzen hat ein besonderes Interesse an übergelagerten, schnellen Zugsverbindungen in die Zentren. Für das ganze untere Bünztal sind solche Verbindungen von Vorteil, wie Hannes Küng, Mitglied in der öV-Kommission des Regionalplanungsverbandes Oberes Freiamt, an der Tagung der Gemeindeammännervereinigung des Bezirks Muri ausführte. «Die Bedürfnisse im unteren Bünztal sind zum Teil anders als im oberen Freiamt, das ist zu anerkennen.»

Die Begehren aus dem unteren Bünztal seien deshalb zu unterstützen, allerdings nur unter Bedingungen. «Der Halbstundentakt zwischen Lenzburg und Rotkreuz mit Halt an allen Stationen muss gewährleistet bleiben». Jetzt geht ein entsprechendes Schreiben an die Kommission, die die Freiämter Anliegen übergeordnet anzubringen hat.

«Nicht so interessant»

Das obere Freiamt hat im Zusammenhang mit der Bahn ein besonderes Problem: «Mit unseren bescheidenen Passagierfrequenzen sind wir nicht so interessant», macht Küng deutlich. Das berge gewisse Gefahren: «Der Kanton setzt sein Geld lieber dort ein, wo damit mehr bewirkt wird».

Deshalb bleibe es wichtig, dass die Bevölkerung den öffentlichen Verkehr möglichst viel nutze. Besonders Richtung Süden werde das auch noch interessanter. «Das Freiamt wird ab Rotkreuz zu ausgezeichneten Verbindungen Richtung Süden, ins Tessin oder nach Mailand kommen. Auch die neue Linie der Südostbahn Basel–Luzern–Locarno auf der alten Gotthardstrecke bringe gute Verbindungen für die Freiämter Richtung Zentralschweiz – sofern der Zug in Rotkreuz hält.

Für die Durchsetzung der Begehren aus der Region habe das Freiamt immerhin ein starkes Argument: «In der Vollauslastung des Neat-Korridors werden 260 Güterzüge täglich durch das Freiamt rollen. Wir können das in die Waagschale werfen und einen Lastenausgleich mit einem guten Angebot im öffentlichen Verkehr verlangen», unterstrich Küng.

Für kleinere Gemeinden, vor allem im südlichen Teil des Freiamts, bleibt die Erschliessung mit dem Bus nach wie vor wichtig. Auch bei diesem sollte die Auslastung noch steigen. Zusätzlich müssten Alternativen zu den herkömmlichen Angeboten geprüft werden. Als Beispiel nannte er das Ruf-Taxi der Gemeinde Kallern.

Sportstätten regional

Alle 19 Gemeinderäte des Bezirks haben auf eine Umfrage des Regionalplanungsverbandes (Repla) Oberes Freiamt auf eine Umfrage zur Schaffung regionaler Sportstätten geantwortet. Aber nur sechs haben sich bereit erklärt, sich finanziell zu beteiligen, wie der Präsident der Repla, Pius Wiss, ausführte. Die Auswertung der Umfrage habe gezeigt, dass ein Konsens bestehe, gewisse Anlagen regional in den Zentren Muri oder Sins zu realisieren. «Klar ist, dass jede Gemeinde ihre Turnhallen braucht. Aber gewisse Sportarten – zum Beispiel Inline-Hockey – sind sicher regional abzudecken».

Jetzt will die Repla definieren, welche Bedürfnisse regional abgedeckt werden sollten. Danach soll ein Finanzierungskonzept ausgearbeitet werden. Die sechs Gemeinden, die sich zur Mitfinanzierung bereit erklärt haben, sehen als Modell einen Drittel Standortgemeinde, einen Drittel aus der Region und einen Drittel durch einen Investor oder Sponsoren.