Maiengrün
Hägglingen will den Primarschulverband mit Dottikon

Die Gemeindeversammlung in Hägglingen sagt deutlich Ja zur Schulzusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Dottikon. Die «Gmeind» verabschiedet nach längeren Diskussionen auch die neue Nutzungsplanung deutlich.

Robert Benz
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Nach Hägglingen gehen vielleicht bald keine Oberstufenschüler mehr, dafür Primarschüler aus Dottikon.SL

Nach Hägglingen gehen vielleicht bald keine Oberstufenschüler mehr, dafür Primarschüler aus Dottikon.SL

Nicht die neue Organisation der Schule war umstritten: 193 Hägglinger Stimmbürger beschliessen an der «Gmeind» mit grossem Mehr, die ortsansässigen Oberstufenschüler der 6. bis 9. Klasse künftig in Dottikon unterrichten zu lassen und im Gegenzug in Hägglingen ein Kompetenzzentrum für den Übertritt in die Oberstufe zu schaffen.

Alle 5.- und 6.-Klässler der beiden Gemeinden sollen hier zur Schule gehen. Fragen oder Diskussionen gab es keine.

Nun hängt es von der kommenden Gemeindeversammlung in Dottikon ab, ob die Zusammenarbeit in Form einer Primarschule am Maiengrün wirklich zustande kommt.

Lehnen die Dottiker das Projekt ab, gibt es im Zuge der Schulstrukturanpassung ab dem Schuljahr 2014/2015 nur noch drei Oberstufen-Klassen in Hägglingen statt bisher vier. Laut Heiner Graf wäre der Oberstufenstandort in Hägglingen mittelfristig wahrscheinlich nicht haltbar.

Umstritten war an der Hägglinger «Gmeind» hingegen die Gesamtrevision der Nutzungsplanung Siedlung und Kulturland respektive die Einzonungen im Eggental, an der Eichgasse und im Büel respektive nur die Einzonung im Büel.

Nach und nach wurden die zahlreich und ausführlich vorgetragenen Anträge aus der Versammlung wieder zurückgezogen, dass zum Schluss einzig über eine allfällige Nicht-Einzonung des Gebiets Büel abgestimmt werden musste.

Auch bei diesem Entscheid sprach das Stimmvolk eine deutliche Sprache: Mit 138 Nein zu 29 Ja bei vier Enthaltungen wurde die Einzonung Büel in der Gesamtrevision belassen. Noch deutlicher, mit 157 Ja-Stimmen wurde zum Schluss die Gesamtrevision selbst angenommen

«Kaum ein anderes Traktandum hat in den letzten Jahren dermassen viel Arbeit gegeben wie die Gesamtrevision der Nutzungsplanung», betonte Gemeindeammann Urs Bosisio. Auch wahr: Kaum ein anderes Traktandum hat in den letzten Jahren dermassen viel Staub aufgewirbelt.

Gleich 38 Bewohner des Quartiers Büel forderten im Mitwirkungsverfahren mit einem gemeinsamen Antrag, auf die Einzonung Büel mit Ringstrasse zu verzichten. Die Hägglinger Bevölkerung wünsche ein minimales Wachstum und die Erhaltung des ländlichen Charakters.

Ausserdem befinde sich das Quartier in der Nähe einer geschützten Heckenzone. Die Umweltschutzkommission, ebenfalls Einsprecherin im Vorfeld der Versammlung, hob die «einmalige Landschaft mit einer grossen Biodiversität» hervor. Yvonne und Daniel Wirth machten in der vorgängig auf die hohen Erschliessungskosten aufmerksam.

Und die Einsprachen verfehlten ihre Wirkung nicht. «Gegenüber dem Mitwirkungsverfahren haben wir die Einzonung im Büel stark reduziert», sagte Vizeammann Pius Schöpfer. Im neuen Bauzonenplan werden nur rund 0.55 Hektaren Landwirtschaftsland in die Bauzone überführt.

Nichtsdestotrotz versuchten die Einsprecher an der Versammlung selbst, die Einzonung des Büels zu verhindern. Für seine Argumentation, eine regelrechte «Tour d’Horizon» wie Ammann Bosisio bemerkte, die das überbordende Bevölkerungswachstum thematisierte, beanspruchte Gerhard Geissmann gar den Beamer – und die Nerven der Versammlungsmehrheit.

Andere versuchten geltend zu machen, dass die Einzonung im Büel nicht mit dem Raumplanungsgesetzt zu vereinbaren sei. Um 23.45 Uhr war die Vorlage angenommen.

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