Die eine Seite ist völlig intakt, die andere völlig kaputt. Beim Hagelunwetter vor zwei Jahren wurden nicht nur Autos, Storen und Hausfenster zerstört, sondern auch die Westfassade der katholischen Kirche in Wohlen in Mitleidenschaft gezogen.

«Die Fenster sehen aus, als ob jemand mit einem Gewehr darauf geschossen hätte», sagt Glasmaler Christoph Stooss, der nun damit begonnen hat, die Scheiben zu ersetzen. Da es sich nicht um herkömmliches Glas, sondern um handgeblasene «Tellerscheiben» handelt, ist der Ersatz derselben eine kostspielige Angelegenheit.

«Jede Scheibe kostet zwischen 15 und 16 Franken. Der Glasbläser zwingt das heisse Glas in eine sechseckige Holzform, der Rest des Glases wird aussen abgesprengt», so Stooss.

Zuerst aber müssen die Kirchenfenster als Ganzes aus ihrer Gipsfassung gehoben werden, was bereits einiges an Aufwand bedeutet. Die Notter AG nimmt sich dieser Herausforderung an und schickt die Arbeiter aufs Gerüst, das innen und aussen die Westfassade verkleidet. Die unversehrten Tellerscheiben werden derweil gereinigt und wieder eingesetzt.

Nach den Fenstern der Innenraum

Laut Christoph Stoss haben es die Verantwortlichen bei der Schadensskizze sehr genau genommen: «Es sind rund 900 Scheiben betroffen. Zum Schutz der Tellerscheiben wird an der Aussenfassade jetzt ein Wetterglas installiert.»

Dieses soll rund fünf Millimeter dick sein und in Zukunft bei 95 Prozent aller Hagelunwetter das Schlimmste verhindern können. Die Kosten fürs Ersetzen der Fenster werden über das Aargauische Versicherungsamt abgerechnet.

Aber nicht nur die Fenster müssen neu gemacht werden, die gesamte Aussenfassade wurde von den dicken Hagelkörnern in Mitleidenschaft gezogen. Deshalb wird an einigen Stellen der Verputz erneuert und neu gestrichen. Sobald die Fensterarbeiten abgeschlossen sind, wird eine umfassende Innenreinigung durchgeführt.