Der Betreiber des Häslihofs in Abtwil wurde verhaftet, weil er mit Waffen und Sprengstoff geprahlt hatte. Gegen den Besitzer des Tier-Gnadenhofes wurde nun ein Strafverfahren eröffnet und eine dreimonatige Untersuchungshaft beantragt.

Betreiber des Abtwiler Häslihofs verhaftet

Betreiber des Abtwiler Häslihofs verhaftet

Der 66-Jährige soll mit Waffen und Sprengstoff geprahlt haben. Gegen den Besitzer des Tier-Gnadenhofes wurde nun ein Strafverfahren eröffnet.

Bei einer Durchsuchung fand die Polizei beim 66-Jährigen Waffen und Sprengstoff. Die Behörden wurden von einem Besucher informiert, vor dem der Häslihof-Betreiber mit seinem "Arsenal" geprahlt hatte.

Dieser Besucher war Erwin Kessler, Präsident des Vereins gegen Tierfabriken Schweiz (VgT), wie «Blick» am Mittwoch berichtete.

Existenzängste

Aber was wollte der Tierschützer, der sich seit zehn Jahren liebevoll um verwahrloste Tiere kümmert, damit?

Der Verhaftete soll offenbar mit Existenzängsten gekämpft haben. Denn auf dem Häslihof in Abtwil leben fast 300 Tiere. Ein solch grosser Betrieb könne schnell mal Schwierigkeiten machen, erklärt die stellvertretende Kantonstierärztin Barbara Thür gegenüber Tele M1: «Vor allem muss man ihn sehr eng betreuen und es braucht viel Engagement und Zeit, um den Betrieb unter Kontrolle zu halten.»

Und nicht zuletzt braucht es Geld, viel Geld. Wie Tele M1 berichtet, soll seine Tierliebe den Betreiber an den Rand des Ruins getrieben haben – es sollen sich Schulden im sechsstelligen Bereich angesammelt haben.

Gewalttätiger Tierschutz?

Im Dorf heisst es unter anderem, der Betreiber habe sich von jedem bedroht gefühlt, der seinen Häslihof nicht unterstützt habe.

Dass er sich deswegen Waffen und Sprengstoff besorgte, um sich gegen seine "Feinde" zu schützen, glaubt Ramona Höffel, welche sich seit der Verhaftung um die Kaninchen kümmert, nicht. «Das einzige, was ich mir vorstellen kann, ist dass er einfach ein Waffennarr ist, der diese gesammelt und damit angegeben hat.» Dass er damit konkret etwas anstellen würde, schliesst sie aus.

Dem entgegensteht die Aussage von Erwin Kessler. Gegenüber «Blick» sagte der gelernte Bauingenieur, der 66-Jährige habe ihm eine selbst gebastelte, voll funktionstüchtige Paketbombe vorgeführt. «Damit wollte er gegen Tierquäler vorgehen», so Kessler. Er habe sogar den Zünder demonstriert – auf dem Häslihof habe schon nur das einen lauten Knall gegeben.

Allerdings liegt dieses Treffen bereits einige Monate zurück. «Ich muss eingestehen, dass die Information an die Polizei spät kam», sagt Kessler zum «Blick». Doch er habe sich auch vor dem Häslihof-Besitzer gefürchtet. Der VgT distanziere sich auch ganz klar von dem Tier-Gnadenhof, mit Gewalt wolle man im Verein nichts zu tun haben. Er hoffe, dass der Häslihof-Besitzer in U-Haft bleibe.

Die Staatsanwaltschaft bestätigte bisher weder Bomben noch Sprengstoff, aber man habe verdächtige Pakete sichergestellt, welche nun erst noch von Spezialisten untersucht werden müssten.

Ob der offenbar psychisch angeschlagene Häslihof-Besitzer nun für drei Monat in U-Haft muss, muss das Zwangsmassnahmengericht entscheiden. (edi)