Katzenfresser

Hänni: «Ich habe nichts gesagt von Katzenfressern»

Quartierbewohnerin Anita Kottmann mit ihrer Katze Speedy: «Das sind schon viele Vermisstanzeigen. Irgendetwas ist komisch.»

Quartierbewohnerin Anita Kottmann mit ihrer Katze Speedy: «Das sind schon viele Vermisstanzeigen. Irgendetwas ist komisch.»

Sind die Freiämter Katzenesser? Ein Augenschein im Quartier, aus dem angeblich Katzen im Kochtopf landen, soll zeigen, ob diese Vorwürfe stimmen.

Moderne Häuser, wenig Verkehr, viele Grünflächen: Im Wohler Quartier Boll scheint die Welt noch in Ordnung zu sein. Oder etwa nicht? Gemäss «Blick» geht hier nämlich die Angst um – die Angst vor dem Katzenfresser. In der Zeitung wurde sogar den Verdacht geäussert, dass im Aargau Büsis gefressen werden.

Katzenfresser oder nicht?

Katzenfresser oder nicht?

«Ich habe niemals gesagt, dass Aargauer Katzen fressen», sagt Astrid Hänni (47) aus Wohlen. Sie wohnt seit September in einem der modernen Häuser und vermisst seit Dezember ihre Büsi Pirschi (9) und Pascha (10). Erst verschwand Pascha, wenig später Pirschi: «Es ist schlimm, wenn man nicht weiss, was mit den Tieren passiert ist.» Auf der Internetseite der Schweizerischen Tiermeldezentrale hat sie gesehen, dass im gleichen Zeitraum noch drei weitere Katzen im Quartier verschwunden sind.

«Irgendetwas ist komisch»

Sie wollte auf das Problem aufmerksam machen und erzählte dem «Wohler Anzeiger» ihre Geschichte: «Ich äusserte darin den Verdacht, dass jemand die Katzen angelockt haben könnte.» Die Aussage, dass die Katzen gegessen oder die Felle verkauft würden, habe sie aber nie gemacht: «Auch nicht gegenüber dem ‹Blick›, der mich vorgestern mit diesen Worten zitiert hat.»

Trotzdem: Die Meldung über die verschwundenen Katzen gibt vielen im Quartier zu denken. «Das sind schon viele Vermisstanzeigen. Irgendetwas ist komisch», sagt etwa Anita Kottmann (46), die im gleichen Haus wie Astrid Hänni lebt. Sie streichelt ihre zwei Katzen und sagt: «Ich bin froh, dass Gimzo und Speedy die Wohnung nicht verlassen.» Karin Dobler (46), die einige Stockwerke tiefer wohnt und zwei junge Katzen besitzt, sagt hingegen: «Natürlich tut der Gedanke weh, dass sie verschwinden könnten.» Trotzdem will sie ihre Katzen ins Freie lassen. «Sie wollen nun mal raus.» Sie kann sich auch nicht vorstellen, dass in Wohlen mehr Katzen verschwinden als anderswo: «Und dass ein Katzenfresser sein Unwesen treibt, glaube ich auch nicht.»

Sieben Katzen in drei Monaten

Auch Elisabeth Donat (58) hat keine Angst um ihre fünf Katzen: «Sie sind alle noch da. Auch ist mir nicht aufgefallen, dass in Wohlen ausserordentlich viele Katzen verschwinden.» Judith Müller von der Schweizerischen Tiermeldezentrale gibt ihr recht: «In letzter Zeit gingen in Wohlen nicht überdurchschnittlich viele Vermisstmeldungen ein.»

Konkret wurden in den letzten drei Monaten sieben Katzen als vermisst gemeldet, wovon drei bereits wieder aufgetaucht sind. Gründe für das Verschwinden von Katzen gebe es viele: «Einige werden eingesperrt, andere von Füchsen gefressen oder sterben im Strassenverkehr.» Zudem seien Katzen sehr eigensinnig und gar nicht so sehr auf ihren Besitzer fixiert. «So können sie diesen durchaus verlassen, wenn es ihnen anderswo besser gefällt.» Das müsse aber nicht am Besitzer liegen: «Einige Katzen ziehen sich zurück, wenn ein Hund oder ein dominanter Artgenosse neu in die Nachbarschaft kommt.»

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