Jugendarbeit

Hägglingen zahlt 100 Franken pro Jugendlichem an die Vereine

Auch der Veloclub Hägglingen setzt sich für die Kinder und Jugendlichen im Verein ein.

Auch der Veloclub Hägglingen setzt sich für die Kinder und Jugendlichen im Verein ein.

Die Gemeinde will ab 2020 so die Jugendarbeit im Dorf noch mehr wertschätzen und unterstützen.

In anderen Gemeinden werden Vereinsbeiträge aufgrund von Sparmassnahmen gekürzt. In Hägglingen dagegen hat der Gemeinderat beschlossen, jährlich 10000 Franken mehr an die Vereine zu zahlen. Und zwar, weil sie die Jugend ebenso fördern wie die offizielle Jugendarbeit. Gemeindeammann Urs Bosisio erklärt: «Vor zwei Jahren kamen zwei junge Frauen von der Jubla wegen eines anderen Themas auf mich zu. Am Ende sagten sie, dass es nicht fair sei, dass man so viel für die Jugendarbeit ausgebe, aber sie, die auch Jugendarbeit betreiben, gehen leer aus. Ich nahm das entgegen, ihr Argument leuchtete mir ein.». Als dann die Gemeinde 2019 über die Weiterführung der Jugendarbeit, die Hägglingen mit Dottikon betreibt, abstimmte, brachte der Ammann das Thema wieder auf: «Die 40000 Franken für die Jugendarbeit bezahlen wir gerne. Aber wir haben uns überlegt, wie wir auch die inoffizielle Jugendarbeit in den Vereinen fördern oder zumindest ein Zeichen setzen können, das zeigt, dass wir sie sehr schätzen und sie nicht für selbstverständlich nehmen.».

85 Hägglinger Jugendliche sind in den Vereinen

Also suchte der Gemeinderat nach einem Modell, in dem das möglich ist, und setzte den Betrag von rund 10000 Franken dafür fest. «Im Sommer 2019 fragten wir bei den Vereinen an, wie viele Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren, die in Hägglingen wohnen, sie als Mitglieder führen. Am Ende waren es 85 Jugendliche», so der Ammann. «Mit 100 Franken pro Jugendlichem geht das genau etwa mit unseren finanziellen Überlegungen auf.» Ist ein Kind in mehreren Vereinen, erhält jeder der Vereine den Betrag, hält er fest.

«Uns ist bewusst, dass das den Aufwand der Vereine nicht decken kann. Ich weiss aus eigener Vereinserfahrung, das Allermeiste ist unentgeltliche Arbeit. Dennoch freuen wir uns, dass die 10000 Franken an der Wintergmeind so reibungslos akzeptiert wurden.»

Ein glücklicher Zufall kommt hinzu: Weil das Altersheim an die Senevita verkauft werden konnte, wird der jährliche Altersausflug nun vom neuen Verein gesponsert. «Das entspricht genau etwa der Summe, die wir für die Jugendlichen ausgeben», so Bosisio. «Aber wir hätten es auch ohne diesen Zufall gemacht.» Der Gemeinderat fühle sich wohl so und wolle das auch weiterführen. «Wir würden uns freuen, wenn wir dadurch auch andere Gemeinden anregen könnten, ihre Vereine mehr zu unterstützen.»

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