Hägglingen
Tempo 30: Eine Mehrheit will keine Geschwindigkeitsreduktion in den Quartieren

Die Einführung von Tempo 30 auf den Gemeindestrassen mobilisierte die Hägglinger. 208 Stimmberechtigte nahmen an der Gmeind teil und führten eine engagierte Diskussion. Alle anderen Traktanden passierten hingegen diskussionslos.

Nathalie Wolgensinger
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Nein zur flächendeckenden Einführung von Tempo 30 auf den Quartierstrassen: Die Mehrheit der Stimmbürger lehnte den Antrag ab.

Nein zur flächendeckenden Einführung von Tempo 30 auf den Quartierstrassen: Die Mehrheit der Stimmbürger lehnte den Antrag ab.

Nathalie Wolgensinger

Soll auf Hägglingens Gemeindestrassen flächendeckend Tempo 30 eingeführt werden? Diese Frage scheidet die Geister im Dorf und mobilisierte die Einwohner. 208 von 1699 Stimmberechtigten nahmen an der Gemeindeversammlung teil.

Dass eine Temporeduktion auf den teilweise prekär engen Quartierstrassen angebracht wäre, verdeutlichte Gemeinderat Peter Wyss mit Fotos der engen Passagen, auf denen ein Kreuzen zweier Autos kaum möglich ist. Damit zeigte er auf, dass die schwächsten Verkehrsteilnehmer – die Fussgänger – ganz besonders gefährdet sind. Er sagte: «Mit Bodenmarkierungen und Verkehrsschildern können wir einen wesentlichen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten.»

In der Diskussion kristallisierte sich dann aber heraus, dass längst nicht alle Hägglinger seine Meinung teilen. Während einige an die Eigenverantwortung aller Verkehrsteilnehmer appellierten, waren andere wiederum überzeugt, dass mehr Sicherheit eben nur mit einer Temporeduktion erreicht werden kann.

Im Gebiet Zinsmatte gilt bereits Tempo 30. Der Gemeinderat hätte dies gerne flächendeckend eingeführt.

Im Gebiet Zinsmatte gilt bereits Tempo 30. Der Gemeinderat hätte dies gerne flächendeckend eingeführt.

Nathalie Wolgensinger

Der Entscheid fiel deutlich aus: Mit 82 zu 114 Stimmen lehnte der Souverän den Verpflichtungskredit in der Höhe von 85'000 Franken deutlich ab. Gemeindeammann Urs Bosisio wies darauf hin, dass der Gemeinderat in dieser Sache nichts mehr unternehmen werde. Es sei aber allen Einwohnern freigestellt, selber aktiv zu werden und beispielsweise Unterschriften zu sammeln.

Aus zwei mach eins: Ja zum neuen Gemeindeverband

Weiter legte der Gemeinderat eine Anpassung der Satzungen des neuen Gemeindeverbandes «Schulen am Maiengrün» vor. Die Gemeinden Dottikon, Hägglingen und Hendschiken wollen die bisherigen Gemeindeverbände «Primarschule am Maiengrün» und «Kreisschule am Maiengrün» auflösen und zum Schulverband «Schulen am Maiengrün» zusammenfassen. Alle drei Gemeindeversammlungen müssen den neuen Satzungen zustimmen.

In Hendschiken wurde an der Gmeind Anfang Juni der Antrag gestellt, dass das Initiativrecht in den Satzungen von zehn auf fünf Prozent gesenkt wird und dass strukturelle Anpassungen breit diskutiert werden. Im September muss Hendschiken an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung über diese Anpassungen befinden. Die Hägglinger hiessen diese bereits am Donnerstagabend gut und sagten damit auch Ja zum Zusammenschluss. Bosisio kommentierte:

«Das ist eine rechte Kiste, die wir da bewegen.»

Aus zwei Verbänden mit 36 Angestellten und Behördenvertretern forme man nun eine schlanke Organisation mit gerade noch zehn Personen. Notwendig macht diese Neuorganisation die Abschaffung der Schulpflege.

Die Kantonsstrasse kann saniert werden

Unbestritten war der Kredit für die Sanierung der Kantonsstrasse. In einer ersten Etappe soll der Abschnitt zwischen dem Gemeindehaus und der Dottikerstrasse erneuert werden. Die Gemeindekasse kommen die Arbeiten rund 1,3 Mio. Franken zu stehen.

Alle weiteren Traktanden, so etwa die Gründung der interkommunalen Anstalt Wasser 2035 und die Rechnung, die einen satten Ertragsüberschuss auswies, wurden von der Versammlung kommentarlos gutgeheissen.