Muri
Güterschuppen wird abgebrochen – neue Technik hält Einzug

Gebäude und Rampe beim Bahnhof verschwinden und machen Platz für ein neues Bahntechnikgebäude.

Eddy Schambron
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Die ersten Arbeiten für den Abbruch des Güterschuppens beim Bahnhof in Muri haben begonnen.

Die ersten Arbeiten für den Abbruch des Güterschuppens beim Bahnhof in Muri haben begonnen.

Eddy Schambron

Der Abbruch des Güterschuppens beim Bahnhof in Muri hat begonnen. Das Gebäude, auch ein kleines Wahrzeichen in Muri, muss einem neuen Bahntechnikgebäude weichen.

Der Güterschuppen wird von der Denkmalpflege des Kantons Aargau zwar als erhaltenswert beurteilt. Wegen der bahntechnischen Zwänge hat sie sich aber dem Abbruch nicht entgegengestellt.

In Zukunft wird nicht nur das Angebot verbessert, es werden auch 200 Meter lange Doppelstockzüge zum Einsatz kommen. Im Bahnhof Muri kommt es zu einer Umgestaltung der Gleisanlage und zur Bereitstellung eines Wendegleises für den Regionalverkehr ohne Beeinträchtigung des Transit-Güterverkehrs.

Weiter erfolgt eine Leistungssteigerung der Gleis- und Signalinfrastruktur, damit der verstärkte Verkehr bewältigt werden kann. Die Anpassungen und Erweiterungen lösen zusammen mit der Verkürzung der Zugfolgezeiten zwischen Benzenschwil, Muri und Boswil eine neue Stellwerkanlage aus.

An der bestehenden Anlage mit Baujahr 1972 können diese Erweiterungen nicht mehr aufgerüstet werden. Das neue elektronische Stellwerk kann auch nicht im heutigen Raum unter Betrieb ausgetauscht werden. Deshalb wird für das neue Stellwerk ein neues Bahntechnikgebäude am Standort des heutigen Güterschuppens gebaut.

Mit dem Angebotsausbau erwarten die SBB eine weitere Steigerung bei den Regionalverkehrsfrequenzen. Mit der Inbetriebnahme des Gotthard-Basistunnels wird zudem ab 2016 mit einer Zunahme des Transitgüterverkehrs gerechnet.

Um das grössere Fahrplanangebot für die Kunden künftig im Freiamt abwickeln zu können, muss die Infrastruktur nicht nur in Muri, sondern auch in den Bahnhöfen Wohlen und Boswil-Bünzen angepasst werden. Weiter werden die drei Bahnhöfe behindertengerecht gestaltet sowie die zu engen Platzverhältnisse auf den Perrons im Bereich der Treppen und Rampen angepasst.

Immer längere Züge

Heute frequentieren durchschnittlich täglich 89 Personenzüge, 75 am Tag, 14 in der Nacht, und 109 Güterzüge, davon 66 am Tag und 43 in der Nacht, wie die SBB feststellen.

Die Prognose der «Zukünftigen Entwicklung Bahninfrastruktur» (ZEB 2025) geht von dannzumal 115 Personenzügen und 216 Güterzügen täglich aus. Das bedeutet in zehn Jahren rund 30 Prozent mehr Personen- und 97 Prozent mehr Güterzüge, im Schnitt Tag und Nacht, also eine Frequenzzunahme von 67 Prozent.

Zudem werden die Züge länger: Bei den Personenzügen beträgt die Zunahme 43 Prozent am Tag und 53 Prozent in der Nacht. Die Güterzüge legen an Länge nur um acht Prozent zu. Oder anders gesagt: Heute ist ein Personenzug am Tag durchschnittlich 93 Meter lang, 2025 wird er 133 Meter messen.

In der Nacht betragen die entsprechenden Werte 78 und 119 Meter. Die Güterzüge sind tagsüber und nachts heute um 360 Meter lang, in Zukunft werden sie 390 Meter messen.

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