Die geologische Untersuchung im «Rauestei» in Hermetschwil-Staffeln verlief aussichtsreich. Fazit: Ein Kiesabbau in diesem Gebiet unweit des Restaurants Waldheim lohnt sich.

Kieswerkunternehmer Heinrich Müller zeigt sich erfreut: «Flusskies ist hier zwar nicht vorhanden, aber eine beachtliche Menge Moränengestein, lauter gesundes Steinmaterial mit einem erhöhtem Feinanteil». Den «Rauestein»-Kies werde man vor der Aufbereitung zu Beton gründlich waschen müssen.

Abbaubeginn in drei Jahren?

Auf der kleinen «Rauestei»-Fläche kann nach Einschätzung von Heinrich Müller eine bis eineinhalb Tonnen Kies gewonnen werden. Das Abbaugebiet reiche bis zu einer Tiefe von 40 Metern.

Der Unternehmer, der in Stetten ein Kieswerk betreibt, möchte möglichst bald ein Kiesabbaugesuch einreichen. Bis zur Kiesausbeutung wird es aber noch einige Jahre dauern.

Zwar ist der «Rauestei» im kantonalen Richtplan als Materialabbaugebiet aufgeführt, im Nutzungsplan der Gemeinde Hermetschwil-Staffeln fehlt aber der Eintrag «Kiesabbauzone». Zwingende Voraussetzung dafür ist ein entsprechender Beschluss der Gemeindeversammlung.

Ob man über die Neuzonierung bereits an der «Gmeind» vom 12. Dezember 2013 abstimmen kann, wird sich zeigen.

Heinrich Müller geht davon aus, dass er mit dem Abbau im günstigsten Fall in zwei bis drei Jahren beginnen kann. Möglicherweise werde es auch erst in vier bis fünf Jahren so weit sein.

Mittelprächtige Resultate

Viel aufwendiger als die Kiesbohrungen im «Rauestei» waren die drei inzwischen beendeten Grundwasser-Testbohrungen im benachbarten Waldgebiet von Bremgarten.

Keine dieser drei Tiefenbohrungen bis auf 150 Meter hinunter brachte das erhoffte tolle geologische Ergebnis.

Zwar stiess man auf das dort vermutete tiefe Grundwasservorkommen. Aber die Durchlässigkeit des Untergrunds erwies sich als nicht sehr vorteilhaft, und das Grundwasser hat einen geringeren Sauerstoffgehalt als erwartet.

Zudem enthält das Wasser unerwünschte Spuren von Eisen und Mangan. Diese müssten eliminiert werden, ehe das Wasser in die Trinkwasserversorgung gelangt.

Schlussbericht in zwei Monaten

Die Fachleute nehmen jetzt Messungen der Wasserströmungen und des Durchflusses vor, machen Ergiebigkeitstests und klären die Wasserqualität ab.

Laut Stadtrat Stefan Achermann soll in rund zwei Monaten, Ende September, ein fachlicher Schlussbericht mit Empfehlungen vorliegen. Dann werde man sehen, ob sich aus Sicht der zwei Gemeinden Bremgarten und Waltenschwil der technische und finanzielle Aufwand für einen Ausbau der Trinkwasserversorgung lohne.

Kommen die Behörden von Bremgarten und Waltenschwil zum Schluss, dass das Grundwasser angezapft werden soll, muss im Wald ein neues Grundwasserpumpwerk gebaut werden. Die Kosten betragen voraussichtlich gut 3 Mio. Franken.