Der «Löwen» ist eine komplexe Baustelle. Hier, anstelle des alten Ökonomiegebäudes, realisiert die Pflegi Muri unter anderem Einerzimmer sowie die neue Wäscherei. Der Geschäftsbericht 2016 ist sowohl textlich wie auch optisch in wesentlichen Teilen dem Bauen gewidmet. «Unter jedem Helm ein Held» titelt Guido Küng, Leiter Bau und Technik der Pflegi Muri, seinen Bericht von einem Tag auf der Baustelle Löwen. Er hat die Bauarbeiter von morgens 7 Uhr bis zum Feierabend um 17.20 Uhr begleitet und ermöglicht so einen aufschlussreichen Einblick in die anspruchsvolle Arbeit auf dem Bau.

Der Startschuss für die Baustelle Löwen fiel 2016, «endlich, endlich, endlich», wie Franz Hold, Präsident des Vereins Pflegi Muri, festhält. Das alte Ökonomiegebäude beherbergte die Wäscherei, Näherei, die technischen Betriebe und Personalzimmer sowie eine Vierzimmerwohnung. Das Abfallwesen und die Desinfektionsanlage wurden ebenfalls dort eingerichtet. «65 Jahre lang hat dieses Gebäude seinen Dienst getan. Eine Renovation wäre sehr teuer gewesen.» Deshalb kam es zum Abbruch und jetzt zum Neubau. «Jetzt entsteht dort ein modernes, zweckmässiges Gebäude, in welchem Pflegeabteilungen, eine spezialisierte Demenzabteilung, aber auch die Wäscherei, Bau und Technik sowie Partnerorganisationen wie die Spitex Platz finden werden», heisst es weiter.

Betreuungspauschale gesenkt

Die Pflegi Muri hat die Strukturen und Prozesse im Haus grundlegend hinterfragt und insbesondere in den «pflegefremden» Bereichen betriebswirtschaftliche Optimierungsmassnahmen umgesetzt. Das führte zu einer Reduktion des Stellenplans und zu einer Neuverteilung von Aufgaben, wie Direktor Thomas Wernli schreibt. Nach einem Defizit von rund 160 000 Franken im Jahr 2015, unter anderem aufgrund einer Überkapazität an Pflegebetten und gut ausgebauten ambulanten Dienstleistungsangeboten in der Region, zeigten die getroffenen Massnahmen im letzten Jahr Wirkung. «Zusammen mit den Mehreinnahmen bedingt durch den Anstieg der durchschnittlichen Pflegebedürftigkeit weisen wir 2016 eine ausgeglichene Rechnung aus.» Das gute Ergebnis hat den Vorstand und die Geschäftsleitung veranlasst, per 1. Januar 2017 die Betreuungspauschale von 62 auf 59 Franken zu senken. «Zusammen mit den neu eingeführten Zimmerkategorien profitieren rund drei Viertel der Bewohnerinnen und Bewohner der Pflegi Muri von dieser Massnahme», hält Wernli weiter fest.

Qualität erhalten

Weil die Gefahr bestehe, dass Kostenoptimierungen und Preisreduktionen die Qualitätsansprüche der Bewohnerinnen und Bewohner gefährden können, habe sich die Pflegi Muri mit dem Qualitätsstandart der Stiftung sanaCERTsuisse zertifizieren lassen. «Das Ergebnis ist erfreulich», fasst Wernli das Ergebnis zusammen. «Die Pflegi Muri ist das dritte Pflegeheim im Aargau, welches die Erstzertifizierung Stufe 1 mit sanaCERT erreicht hat.» Die Aussage im Bericht, wonach die Selbstbestimmung der Bewohnerinnen und Bewohnern grossgeschrieben und von allen Mitarbeitenden konsequent gelebt werde, habe die Pflegi-Führung bestätigt, «dass die Qualität der Lebenswelt der Bewohnerinnen und Bewohner nicht eingeschränkt wurde».