Oberfreiamt

Güterzüge verdrängen S-Bahn nicht

Die Flirt-Züge bringen auch mehr Komfort ins obere Freiamt. Foto: bz/archiv

Die Flirt-Züge bringen auch mehr Komfort ins obere Freiamt. Foto: bz/archiv

Einen Halt von Schnellzügen zwischen Basel und Arth-Goldau in Wohlen, Muri und Sins wird es vorerst nicht geben. Ebenso wenig ist die Durchbindung der S26-Bahnlinie mit der Stadtbahn Zug in Sicht.

Einen Halt von Schnellzügen zwischen Basel und Arth-Goldau in Wohlen, Muri und Sins wird es vorerst nicht geben. Ebenso wenig ist die vom Kanton Aargau und dem Freiamt gewünschte Durchbindung der S26-Bahnlinie (Aarau-Lenzburg-Wohlen-Muri-Rotkreuz) mit der Stadtbahn Zug in Sicht. Das geht aus der regierungsrätlichen Antwort zu einer Interpellation des Murianer Grossrats Herbert Strebel (CVP) hervor.

Immerhin zeigten die langfristigen Planungen der SBB, «dass der heutige S-Bahn-Verkehr im Freiamt nicht gefährdet ist, trotz den vorgesehenen sechs stündlichen Güterzugstrassen auf der Nord-Süd-Achse.» Die S-Bahn aus dem Freiamt soll gemäss heutiger Planung mit den SBB langfristig nach Olten-Zofingen/Langen-thal verlängert werden.

Zu geringe Nachfrage

Der Regierungsrat verstehe die Bedenken der SBB bezüglich Nachfragepotenzial für Schnellzüge via Freiamt. In Anbetracht der kleinen Fahrgastfrequenzen im oberen Freiamt sei es aus der Sicht des Regierungsrates problematisch, die S26 mit zusätzlichen Fernverkehrszügen mit Halt in Wohlen, Muri und Sins zu konkurrenzieren, «zumal die S26 die S-Bahn-Linie mit den höchsten Abgeltungen im Kanton Aargau ist und die Kostendeckung noch knapp 35 Prozent beträgt.» Es sei schwierig abzuschätzen, inwieweit eventuelle einzelne schnelle Züge aus dem Raum Basel/Aarau via Freiamt nach Arth-Goldau zu touristisch interessanten Zeiten an Wochenenden sinnvoll seien. Die Regionalplanungsverbände im Freiamt haben die Initiative ergriffen, die Fahrgastpotenziale auf den Nord-Süd-Verbindungen mittels Studien abzuklären und sofern sinnvoll und finanzierbar in den nächsten Jahren einen Versuchsbetrieb mit einzelnen Wochenendverbindungen zu starten.

Angebot schrittweise verbessert

Das Angebot im Freiamt sei seit der Einführung von Bahn 2000 im Dezember 2004 schrittweise verbessert worden. «Seit Dezember 2010 besteht mit dem neuen Fahrplankonzept ein attraktives Gesamtangebot mit kundenfreundlichen Flirt-Fahrzeugen, dichtem Fahrplanangebot und gut mit dem Busnetz abgestimmten Fahrplänen», hält der Regierungsrat auf die Frage fest, welche Schritte er unternehmen werde, um das Angebot des öffentlichen Verkehrs im Freiamt zu verbessern. Die Angebotsdichte sei sowohl im Bus als auch im Bahnverkehr vergleichbar mit ähnlichen Regionen. Im Busverkehr sei das Angebot in den letzten Jahren nachfragegerecht entwickelt worden. Weitere Angebotsschritte seien denkbar, wenn die Nachfrageentwicklung stimme und die Finanzen durch den Grossen Rat zur Verfügung gestellt würden.

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