Oberwil-Lieli

Gündel-Anwalt will drei Fälle kennen, in denen Glarner Reiche bevorzugte

Laut dem Anwalt der Studentin Johanna Gündel gibt es drei konkrete Fälle, in denen der SVP-Hardliner reiche Einwohner bei Bauprojekten bevorzugte.

Laut dem Anwalt der Studentin Johanna Gündel gibt es drei konkrete Fälle, in denen der SVP-Hardliner reiche Einwohner bei Bauprojekten bevorzugte.

Wende im Streit zwischen Andreas Glarner und Johanna Gündel? Laut Markus Leimbacher, dem Anwalt der Studentin, gibt es drei konkrete Fälle, in denen der SVP-Hardliner reiche Einwohner bei Bauprojekten bevorzugte. Glarner bestreitet die Aussagen.

Gestern noch deutete vieles auf eine Beilegung des Streits zwischen Johanna Gündel und Andreas Glarner hin. In der Sendung «TalkTäglich» auf Tele M1 sagte SVP-Hardliner Glarner, der Gemeinderat werde mit der Studentin das Gespräch suchen, die gesagt hatte, die Behörde bevorzuge reiche Einwohner von Oberwil-Lieli.

Nun nimmt der Fall eine neue Wendung: Markus Leimbacher, der Anwalt von Johanna Gündel, schreibt in einem Brief an den Gemeinderat, «dass es mindestens drei Fälle gibt, welche die Aussagen meiner Mandantin begründen». Um involvierte Personen zu schützen, verzichte er darauf, jetzt schon Belege zu veröffentlichen, hält Leimbacher weiter fest.

Andreas Glarner über den Asylstreit von Oberwil-Lieli

Andreas Glarner über den Asylstreit von Oberwil-Lieli

Gündel hatte in der az vom 30. November gesagt: «Die Besserverdienenden werden vom Gemeindeammann gehätschelt. Man liest ihnen die Wünsche von den Augen ab und nimmt es dann bei deren Erfüllung mit den Vorschriften nicht immer so genau.»

Daraufhin hatte der Gemeinderat sie per Einschreiben aufgefordert, ihre Aussagen entweder zu belegen oder zu widerrufen. Tue sie dies nicht, werde der Gemeinderat eine Klage gegen Gündel einreichen, drohte Glarner damals.

Andreas Glarner und Johanna Gündel

Andreas Glarner und Johanna Gündel

In seinem Brief hält Anwalt Leimbacher – einst SP-Grossrat und Gemeindeammann von Villigen - weiter fest, im Fall einer Strafanzeige sei Gündel bereit, die Informationen zur Bevorzugung von Reichen «den Behörden zur Verfügung zu stellen.»

Andreas Glarner reagiert erstaunt und enttäuscht auf das Schreiben. «Wir haben gehofft, dass wir uns gütlich einigen können mit Frau Gündel, nun scheint dies nicht möglich zu sein.» Ob es nun zu einer Klage kommt, ist offen.

Das weitere Vorgehen werde er zusammen mit dem Gemeinderat an der nächsten Sitzung am Montag besprechen, sagt Glarner.

Auch die Gegenseite will sich derzeit nicht weiter äussern. «Frau Gündel und ich verzichten derzeit auf eine weitere Stellungnahme», schreibt Leimbacher in einem Mail an die Medien.

So bleibt vorerst offen, wie der Anwalt beweisen will, dass reiche Einwohner bei Bauvorhaben vom Gemeinderat bevorzugt werden.

Dafür wären vor Gericht wohl konkrete Beispiele nötig. Leimbacher müsste also aufzeigen, dass bei Projekten von Reichen einschlägige Bauvorschriften verletzt oder Auflagen nicht kontrolliert wurden.

Im gestrigen «TalkTäglich» hatte Glarner vehement bestritten, dass es in Oberwil-Lieli solche Fälle gebe. «Wir sind bei Bauprojekten insgesamt relativ grosszügig, schliesslich sind wir eine Bewilligungs- und keine Verhinderungsbehörde», sagte er. Dass dabei gesetzliche Vorgaben missachtet und Reiche bevorzugt würden, komme aber nicht vor.

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