Widen
Gruselige Kürbisse beim gemeinsamen Schnitzen

Im Haus Morgenstern in Widen fand das grosse Kürbisschnitzen statt. Die Kinder und Bewohner – erwachsene Menschen mit Beeinträchtigung – kamen sich näher und liessen ihre Fantasie walten.

Lisa Stutz
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«Unser Kürbis soll gruselig aussehen», erzählen Vera und Raja (beide 10). Sie teilen sich einen grossen Kürbis und wechseln ab mit schnitzen. «Es ist ein bisschen anstrengend. Aber es lohnt sich», findet Vera. Raja fügt an: «Unseren Angst einflössenden Kürbis stellen wir in den Garten, dann getraut sich sicher kein Einbrecher zu uns.»

Das Kürbisschnitzen im Haus Morgenstern ist für die Bewohner – erwachsene Menschen mit Beeinträchtigung – und die ganze Bevölkerung gedacht. «Das Kürbisschnitzen im Oktober gehört fest ins Jahresprogramm. Es kommt sehr gut an bei den Leuten», sagt Erika Seiler, Angestellte im Haus Morgenstern und Kürbisschnitzverantwortliche. Sie erklärt das Ziel des Events: «Die Kinder sollen unsere Klienten kennenlernen. Beide Seiten sollen merken, dass der Umgang miteinander ganz normal sein kann. Für die Klienten ist es auch schön zu sehen, wenn sie etwas besser können als die Kinder.»

Bewohner suchen Kürbisse aus

Erika Seiler hat mit einer Truppe von 15 Bewohnern 150 Kürbisse in der Dorfschür in Nesselnbach abgeholt. «Das war ein riesen Spass», erzählt sie, «die Klienten durften aussuchen, welche Kürbisse wir mitnehmen. Sie wollten natürlich immer die Grössten haben, da hatten wir viel zu tragen.» Das Kürbisschnitzen habe sich schon alleine wegen der Freude der Bewohner bei diesem Ausflug gelohnt, findet sie. Pro Kürbis bezahlen die Besucher je nach Grösse 7 bis 10 Franken. Seiler erwartet, etwa 120 Kürbisse zu verkaufen. «Der Erlös geht vollumfänglich an die Klienten», erklärt sie. «Es werden damit Anteile ans Ferienlager subventioniert, die sie sich zum Teil nicht leisten können.»

«Bevölkerung kommt zu uns hoch»

Das Kürbisschnitzen im Haus Morgenstern besteht schon seit sieben Jahren, zu Beginn fand es unter der Woche statt. Als man merkte, welch grossen Anklang es bei der Bevölkerung fand, verlegte man es auf einen Sonntag. «Es gibt Familien, die kommen jedes Jahr. Man merkt dann, wie geübt die Kinder schon sind», so Seiler. Die Betreuerin Andrea Ender erklärt einen weiteren Vorteil des Kürbisschnitzens: «Das Haus Morgenstern ist auf dem Hasenberg abgeschnitten vom Dorf. Bei einem solchen Anlass kommt die Bevölkerung einmal zu uns hoch, das freut die Klienten sehr.» Ob ganz liebe Kürbisse mit Herzchen-Augen, oder «gfürchige» mit bösem Lachen – sie alle wurden von den Kindern und Bewohnern am Schluss stolz nach Hause getragen.

Am 1. und 2. Dezember findet im Haus Morgenstern ein Basar zum Thema Waldweihnacht statt.