Muri

Gruppenarztpraxis in Bremgarten auf Eis gelegt

Das Spital in Muri konzentriert sich auf den eigenen Betrieb. ES

Das Spital in Muri konzentriert sich auf den eigenen Betrieb. ES

Das Kreisspital für das Freiamt konzentriert sich auf den eigenen Betrieb und will das Projekt vorerst nicht weiterverfolgen. Eine vom Spital initiierte Gruppenarztpraxis ist in Bremgarten schlicht erwünscht.

Die vor einem Jahr vom Kreisspital für das Freiamt geprüfte Bildung einer Gruppenarztpraxis in Bremgarten ist «vorerst auf Eis gelegt», wie Spital-CEO Marco Beng bestätigt. «Das Interesse der Ärzte an einer solchen Praxis ist zu gering.» Abgesehen davon sei es nie die Absicht des Spitals gewesen, den lokalen Ärzten Konkurrenz zu machen. Die Spitalbehörde bleibe aber gesprächsbereit, wenn die Idee zu einem späteren Zeitpunkt wieder aktuell werden sollte.

Gegenwind in Bremgarten

Die Idee einer neuen Gruppenpraxis geht ins Jahr 2011 zurück. Der Bremgarter Stadtrat kontaktierte die Murianer Spitalbehörde und erklärte, dass die Stadt Bremgarten daran interessiert sei, in der Rumi-Überbauung am Bahnhof Bremgarten eine Gruppenpraxis zu platzieren, um der Bevölkerung eine gute medizinische Versorgung an zentraler Lage bieten zu können. Auf eine entsprechende Anfrage durch das Spital beurteilten einige Ärzte aus Bremgarten die Idee als prüfenswert. Mutscheller Ärzte erklärten hingegen, sie wollten in Berikon oder Widen selber eine Gruppenpraxis aufziehen. Und der Bremgarter Allgemeinmediziner Ronnie Bachofner übte Kritik: «Grundsätzlich ist es meiner Meinung nach fragwürdig, wenn Spitäler oder Krankenkassen Arztpraxen betreiben. Die Unabhängigkeit ist nicht mehr gewahrt.» Der Wohler Grossrat Jean-Pierre Gallati (SVP) wollte mit einer Interpellation geklärt haben, ob spitalexterne Arztaktivitäten der Listenspitäler nicht gegen den «grundsätzlich ergänzenden Charakter zur niedergelassenen Ärzteschaft» verstossen, wie dies in der gesundheitspolitischen Gesamtplanung formuliert sei.

In der Region attraktiv bleiben

Dieser Gegenwind hat die Spitalleitung dazu gebracht, das Projekt vorerst nicht weiterzuverfolgen. «Von den heute in Bremgarten tätigen Ärzten scheint keiner mehr ein Interesse daran zu haben», erklärt Beng. «Da wir nie vorhatten, im Alleingang eine Gruppenpraxis bilden zu wollen, macht es keinen Sinn, zum jetzigen Zeitpunkt hier weiter zu planen. Wir konzentrieren uns auf das, was wir jetzt schon gut machen.»

Enttäuscht ist Beng nicht, wie er erklärt: «Meine Aufgabe ist es unter anderem zu schauen, welche Optionen es für die Weiterentwicklung des Spitals gibt.» Es sei nicht der Zwang zur Grösse gewesen, welche die Idee einer Gruppenpraxis wachsen liess. «Wir haben eine gute Grösse und sind mit unserer Bandbreite an medizinischen Leistungen gut aufgestellt.» Qualitativ und finanziell sei das Freiämter Spital durchwegs positiv unterwegs und habe auch 2012 bei den Patientenzahlen wieder deutlich zugelegt. «Aber wir müssen trotzdem immer dran bleiben, um zu schauen, dass wir in der Region attraktiv bleiben.»

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