Am Ostermontag präsentierte die Interessengemeinschaft Oase-Islerareal einen Plan, wie der Raum zwischen Bünz und katholischer Kirche einst aussehen könnte.

Ein Blick zurück: 2001 kaufte die Gemeinde das Areal zum Preis von 2,35 Millionen Franken. In den Fraktionen war man sich einig, dass die Gemeinde damit ein gutes Geschäft macht. In seinem Bericht und Antrag schlug der Gemeinderat damals vor, auf dem Isler-Areal könnte künftig ein Park für die Allgemeinheit erstellt oder Parkplätze für das Casino oder die umliegenden Geschäfte geschaffen werden. Festgehalten wurde aber auch, kurzfristig gehe es darum, das Land für die Gemeinde zu sichern und mit einfachen Mitteln zu gestalten. 2007 entschied sich der Gemeinderat gegen einen Park – das Land sollte stattdessen gewinnbringend verkauft werden. Das Initiativkomitee Isler-Park trat diesen Plänen entgegen. Obwohl 1020 gültige Unterschrift zur Realisierung eines Parks gesammelt wurden, stimmten an der Urne im Jahr 2008 nur 807 Stimmberechtigte dafür. Mehr als 76 % lehnten das Vorhaben ab.

Gründe für Ablehnung unklar

Nun sollte der Einwohnerrat über den Verkauf abstimmen. Dazu kam es aber nicht: Gemeindeammann Walter Dubler gab kurzfristig bekannt, dass der Entscheid sistiert und von der Traktandenliste gestrichen wird. Grund für die überraschende Wende: Der Gemeinderat Wohlen hatte mit der Feldmann Immobilien AG (Muri) und der Raiffeisenbank Wohlen eine konkrete Absichtserklärung für die gemeinsame Planung und Nutzung des Isler-Areals unterzeichnet. Für dieses Vorgehen hagelte es Kritik. Einstimmig, und gegen den Willen des Wohler Gemeindeammanns, überwies das Parlament zwei Motionen für eine Gesamtschau im Ortszentrum. So wurde schliesslich ein Gestaltungsplan für das Gelände erarbeitet, das vier Baukörper vorsieht.

Der Gemeinderat beantragte darauf hin einen Kredit für eine Investorenausschreibung, inklusive einer Altlastenabklärung und eines Hochwasserschutzes, zu einem Betrag von 300 000 Franken. Dagegen wurde das Referendum ergriffen und das Volk lehnte den Kredit für die Investorenausschreibung bei 54 % Nein-Stimmen ab. Ob der Kredit zu hoch angesetzt war oder ob die Bevölkerung nun doch einen Park will, darüber sind sich die Referendums-Befürworter bis heute nicht einig.

Zurück auf Feld eins?

Geht es nach dem Willen der IG Oase-Islerareal, wird dieser Gestaltungsplan wieder aufgehoben. «Das Volk muss irgendwann entscheiden können, ob das Areal überbaut werden soll oder nicht – wir zeigen, was wir uns als beste Lösung vorstellen», sagt Franz Weber, der im Bereich Naturgartenbau arbeitet und am Informationsanlass die Grobplanung erläuterte, die man erarbeitet hat: Der grösste Teil des Vorhabens nimmt ein Schotterrasen mit Magerwiese ein. Dies habe den Vorteil, dass die Wiese sehr pflegeleicht sei und man hier trotzdem ein Festzelt aufstellen könne, ohne den Boden kaputtzumachen, erläuterte Weber. Der gesamte Platz solle mit einem Kiesweg erschlossen werden, der rund um die Anlage führt und auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl befahren werden kann. Das Bünzufer und der Gugibach, der momentan unterirdisch entlang der Bünzstrasse fliesst, sollen renaturiert werden. Das heisst, die Betonwand soll abgerissen werden und ein natürliches Ufer entstehen. An verschiedenen Stellen sind einheimische Hecken vorgesehen. Im südlichen Teil, der wegen den angrenzenden Gebäuden feucht und schattig ist, könnten die Frösche aus einem Amphibientümpel quaken. Gleich daneben könnte eine Feuerstelle mit Steinbänkli zum Verweilen einladen.

Entlang der Bünzstrasse wäre Platz für ein Gebäude, das die Gemeinde für ihren Bedarf nutzen könnte, und das den Park zur Strasse hin abschirmt. Bleibt die Kostenfrage. «Die Anlage würde, inklusive Renaturierung, aber ohne Gebäude, die Gemeinde etwa 300 000 Franken kosten», sagt Weber. Die Kosten der Renaturierung würden zu zwei Dritteln von Kanton und Bund übernommen.

Die IG Oase-Islerareal möchte an weiteren Infoveranstaltungen Inputs aus der Bevölkerung einholen. «Wir wollen aber diese letzte Grünfläche in Wohlen erhalten», heisst es von verschiedenen Mitgliedern. Dass mit dem Park Strohmuseum eine Grünfläche in der Nähe ist, lassen sie nicht gelten. Da könne man ja kein Fest veranstalten, bemängeln sie unter anderem.

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