Niederwil
Gruppe «ad-hoc-art» überrascht und irritiert

In der Kunstpause im Reusspark zeigt die Bremgarter Gruppe Symbiosen und Auseinandersetzungen. Die Künstlerin ist von den Gegensätzen der eigenen Kunst selber überrascht.

Susanna Vanek
Drucken
Teilen
Gruppenbild mit Herrn: Die Kunstschaffenden der Gruppe «ad-hoc-art» haben ihre Werke zu einem stimmigen Ganzen zusammengestellt. sv

Gruppenbild mit Herrn: Die Kunstschaffenden der Gruppe «ad-hoc-art» haben ihre Werke zu einem stimmigen Ganzen zusammengestellt. sv

Unter der Leitung von Fatima Gilliet haben sich die Künstlerinnen und der Künstler der Gruppe «ad-hoc-art Bremgarten» damit auseinandergesetzt, was paarweise zusammenpassen könnte. Dabei haben sie sich auf Symbiosen und Auseinandersetzungen eingelassen. So verschieden die einzelnen Künstlerinnen und der Künstler auch gearbeitet haben, ergibt die Ausstellung doch ein stimmiges Ganzes.

Ausstellung: Daten und Zeiten

Ausstellung Kunstpause im Reusspark bis Sonntag, 7. April, täglich bis 20 Uhr geöffnet; Künstlerinnen und Künstler sind jeweils von 14 bis 17 Uhr anwesend

«E-rua e-rua»

Der Titel der aktuellen Kunstpause im Reusspark sorgte vermutlich bei den meisten Vernissagebesucherinnen und -besuchern für eine Überraschung. «E-rua e-rua», was sollte das heissen?

In ihrer Laudatio verriet Irene Briner, die für die Ausstellungen im Reusspark verantwortlich ist, dass es sich um einen Begriff aus dem neuseeländischen Maori handelt und «zwei» oder «Paar» bedeutet.

Damit sei es der Gruppe gelungen, zu irritieren, so Briner, und das sei eben eine Aufgabe der Kunst: zu überraschen, animieren, irritieren oder gar zu provozieren.

Der Titel der Ausstellung sei gemeinsam in einem längeren Prozess gefunden worden, erzählte Doris Spilling, eine der Ausstellenden. Das gemeinsame Arbeiten hat sie als sehr inspirierend empfunden.

Was man der Ausstellung anmerkt. Auch wenn die einzelnen Künstlerinnen und der Künstler eigene Wege gegangen sind, passen ihre Werke gut zueinander, ergänzen sich.

Die sieben Künstlerinnen und der Künstler liessen sich über ein Jahr lang von der Künstlerin Fatima Gilliet in verschiedene Maltechniken einführen, um sich so künstlerisch weiterzuentwickeln.

Paare, Farben und Formen

Manuela Koller hat sich in ihren Werken mit Gemeinsamkeiten und Gegensätzen von Farben, Formen und Materialien beschäftigt und dabei Sand, Plexiglas oder Papier in die leuchtenden Farben eingearbeitet.

In zarten Tönen daherkommende, abstrakte Kompositionen sowie schwungvolle, kubistisch angehauchte Bilder zeigt in der Ausstellung Cécile Tschümperlin. Ihr Arbeitsprozess verläuft in zwei Phasen. Zuerst lässt sie sich durch persönliche Erlebnisse, spontane Ideen oder die Natur zu Zeichnungen und Skizzen inspirieren, die dann oft als Vorlage für ihre Malerei dienen.

Denise Schwegler hat das Thema in verschiedenen Techniken aufgegriffen. Typisch für ihr Schaffen sind Bilder mit Wäldern und Bäumen, in denen sie Gefühle wie Wärme und Kälte, Sommer und Winter, Frühling und Herbst sowie Ausgelassenheit und Rückzug aufgegriffen hat.

Eine spannende Auseinandersetzung mit dem Thema. Ebenfalls um Gefühle ging es Helena Stierli, die ihnen mit Farben und Formen Ausdruck verleiht. Dabei malt sie gerne mit den Fingerspitzen, um im direkten Kontakt mit Farbe und Leinwand das Entstehende sozusagen zu «ertasten».

Besonders eindrücklich ist ihr Bild «Zusammen», das mit einer konsequenten Reduktion von Farben und Formen eine harmonische Paarbeziehung einfängt.

Selber überrascht

Dass sie gegenständliche Werke zum Thema gemalt habe, habe sie selber überrascht, gestand Doris Spilling. Sie ging intuitiv vor. Beim Malen eines Paares in einer Landschaft zerriss der rosa Himmel, es kamen Wolken hinzu, die Bäume verfärbten sich herbstlich, es entstanden dunkle Schatten.

Im nächsten Bild ging das Paar getrennte Wege, die Jahreszeit wechselte zum Winter. Mit einem Schmunzeln griff Spilling das Thema «Mutterglück» auf. Ihre übergrosse Mutterfigur mit einem widerstrebenden Kind an der Hand ist total gestresst.

Einen subtilen Umgang mit Farben und Formen beweist Lucia Stierli. Dabei regt sie den Betrachtenden immer wieder zum Nachdenken an, etwa im Bild «Trio». Drei Figuren stehen in Eintracht nebeneinander – ist das wirklich so, oder ist eine von ihnen ein Störfaktor, ein Nebenbuhler?

Die Lieblingsform von Pascal Glaus ist der Halbkreis, weil man an diesem rund läuft, bis man aneckt, dann müsse man in einer anderen Richtung gerade weitergehen. Er ist einer, der genau hinschaut und hinter blassen und nebligen Schleiern die ganze Pracht der Farben entdeckt.

Tamara Meier griff das Thema in zwei- oder mehrteiligen Bildern zum Ausdruck, die für sich stehen und doch zusammengehören.

Aktuelle Nachrichten