Grüne Partei

Grüne wollen einen Windpark auf dem Rietenberg

Windräder im Wald (wie hier im deutschen Freiburg im Breisgau) sind für die Grünen auch auf dem Rietenberg eine Option. Wal/Archiv

Windräder im Wald (wie hier im deutschen Freiburg im Breisgau) sind für die Grünen auch auf dem Rietenberg eine Option. Wal/Archiv

Energie produzieren in der Region für die Region – das fordern die Grünen des Bezirks Bremgarten. Grossrätin Monika Küng könnte sich einen Windparkauf dem Rietenberg vorstellen.

Die Grünen des Bezirks Bremgarten begrüssen die Errichtung von Windkraftanlagen. Grossrätin Monika Küng (Wohlen) kritisiert aber die Vorgaben des Kantons, die im Richtplan vorgesehen sind. «Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb an den vorgeschlagenen Standorten jeweils mindestens drei Anlagen zu planen und zu realisieren sind», hält Küng in einer Stellungnahme fest. Der Kanton setze hier Richtlinien, die eigentlich der lokale Markt setzen sollte, meint die Grossrätin.

Die Grünen des Bezirks Bremgarten sprechen sich auch beim Wind für die dezentrale Energieproduktion aus. Das Motto heisst laut Monika Küng: «Stromversorgung gehört in die Hände der Endverbraucher.» Die Grünen vertreten die Ansicht, «dass im ganzen Kanton lokale Genossenschaften Gesuche für Windkraftanlagen einreichen können».

Windpark auf dem Rietenberg?

Als Beispiel nennt Küng «eine realistische Vision: Auf dem Rietenberg einen Windpark erstellen, um Villmergen und Wohlen mit Strom zu versorgen, wenn die Sonne nicht scheint.» Im letzten Jahr lieferte die IBW Energie AG ihren Kunden in Wohlen laut Geschäftsbericht insgesamt 71,67 Mio. Kilowattstunden Strom. Bei den Villmerger Gemeindewerken lag die Jahreslieferung 2011 bei 49 Mio. Kilowattstunden, wie Betriebsleiter Martin Hössli erklärt. Insgesamt wurden in Wohlen und Villmergen im vergangenen Jahr also gut 120 Mio. Kilowattstunden Strom verbraucht. Zum Vergleich: Im grössten Windpark der Schweiz auf den Jurahöhen wurden 2011 gesamthaft 39 Mio. Kilowattstunden Windstrom produziert. Das sogenannte «Juvent»-Windkraftwerk umfasst derzeit 16 Windturbinen.

Auf Nachfrage hält Monika Küng fest, dass es nicht darum gehe, «mit Windstrom vom Rietenberg den ganzen Strombedarf von Wohlen und Villmergen zu decken». Sie betont, für die künftige Stromversorgung sei ein ökologischer Mix nötig. Positiv beurteilt Küng die Entwicklung bei der Sonnenenergie. «Mit der Solaranlage im Ferro-Areal ist ein erster grosser Schritt gemacht. Das Freiamt wird mit weiteren Solarprojekten zum Sun Valley», freut sie sich.

Platz für acht Windturbinen

Erstaunt ist Küng hingegen, dass bisher noch niemand das Windpotenzial auf dem Rietenberg erkannt habe. Laut Thomas Leitlein, Präsident des Fördervereins Windenergie Aargau, bietet dieser Standort die Möglichkeit, pro Jahr rund 40 Mio. Kilowattstunden Windstrom zu produzieren. Leitlein erklärt: «Maximal wären auf dem Rietenberg acht Windturbinen möglich, die Windstärke ist ausreichend für eine wirtschaftliche Stromproduktion.» Aus seiner Sicht ist der Rietenberg eine valable Option, die geprüft werden müsse. «Nötig wären Windturbinen der neuesten Generation, die eine Nabenhöhe von 100 Metern aufweisen und im Wald aufgestellt werden», führt Leitlein aus. Als mögliche Standortgemeinden für die Windanlagen kämen Villmergen, Dintikon oder Seengen infrage. «Der Rietenberg gehört als Standort für Windenergie eindeutig in den kantonalen Richtplan», fordert Leitlein.

Grüne für Anlagen im Wald

Dass die Windturbinen auf dem Rietenberg im Wald aufgestellt werden sollten, ist für die Grünen akzeptabel. «Wenn wir die Energiewende wirklich schaffen wollen, müssen wir gewisse Konzessionen eingehen», hält Monika Küng fest. Aus ihrer Sicht bieten Standorte im Wald auch Vorteile: «Es gibt keinen Schattenwurf auf Gebäude, es leben keine Menschen in der Nachbarschaft, die sich an Windanlagen stören könnten», zählt sie auf. Um einen Windpark auf dem Rietenberg zu realisieren, wäre laut Küng aber eine grosszügigere Praxis des Regierungsrats nötig. Gebiete für grosse Windkraftanlagen müssen aus ihrer Sicht gross genug dimensioniert werden. «Es soll flächenmässig genug Spielraum bleiben, dass aufgrund von Messungen, Ungenauigkeiten der Windkarten und Umweltverträglichkeitsabklärungen optimale Standorte gefunden werden können», erklärt Monika Küng.

Gleichzeitig müssen aus Sicht der Grünen die langwierigen Bewilligungsverfahren für Windkraftanlagen vereinfacht und durch klare Kriterien und Auflagen ersetzt werden.

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