Es ist ganz einfach: Essen muss man jeden Tag. Wer sich nicht nur von Fastfood ernährt, sondern oft frisch kocht und zumindest ab und zu versucht, seine Rezepte mit etwas Fantasie aufzupeppen, hat bald das eine oder andere Spezialrezept parat. Und wer so kreativ ist wie die Wohlerin Monika Küng und darüber hinaus auch noch als Hauswirtschaftslehrerin die ganze Theorie hinter der Ernährung kennt, kann eben schon bald ganze Kochbücher füllen.

Den Beweis liefert die Grüne-Grossrätin und leidenschaftliche Köchin jetzt bereits mit ihrem dritten Werk. Nach einem Buch über die regionale Küche und einer vielfältigen Anleitung zur Weiterverarbeitung von altem Brot widmet sie sich nun einem Thema, das auf den ersten Blick wenig mit Rezepten zu tun hat: Ihr neuestes Kochbuch heisst «Handwerk».

Teller, Blumen und Kleider

Doch auch Kochen ist ein Handwerk, genauso wie Töpfern, Schneidern, Bauern, Floristik und Fotografie. Zugegeben, dies ist keine willkürliche Auflistung. Denn genau diese Handwerkskünste haben sich in dem 51-seitigen Werk rund um Küngs leckere Häppchen vereint. «Der Fotograf Matthias Studer, mit dem zusammen ich bereits meine beiden ersten Kochbücher gestaltet habe, hatte die Idee.

Ich bin so begeistert davon, mit den Händen etwas zu schaffen, es wortwörtlich zu begreifen. Da Matthias bei den vier anderen Personen, die im Buch vorkommen, dieselbe Freude am Handwerk spürte, wollte er uns unbedingt zusammenführen», erzählt sie. So kamen die stilvollen Fotos im Buch zustande: Bauer Lukas Frei sorgte für schöne Szenerien, Schneiderin Sonja Belli für ausgefallene, selbst designte Kleider, Florist Wädi Grimmer für farbenfrohe Blumenarrangements und Keramikerin Anita Furrer rundete die Appetithäppchen mit ihren gebrannten Tellern und Dekorationselementen ab.

Für mehr Zeit am Tisch

Monika Küngs Idee für ihr drittes Werk war es, Gästen und Gastgebern mehr gemeinsame Zeit am Tisch zu schenken. «Oft hat man Gäste und muss dann doch immer wieder zum Kochen in der Küche verschwinden. Das muss nicht sein.» Tapas, also spanische Appetithäppchen, sind derzeit voll im Trend.

Doch nicht nur in Spanien kennt man diese Leckereien, die leicht vorzubereiten sind und für die die Gastgeber anschliessend eben nicht mehr in die Küche zurückkehren müssen – ausser um Nachschub zu holen. «Tapas oder eben Häppchen gibt es in allen Esskulturen», weiss Küng. So finden sich im neuen Kochbuch neben russischen Blini auch marokkanisches Auberginenpüree oder Schweizer Miniwähen. Es gibt sowohl Fleischgerichte (zum Beispiel mit Speck umwickelte Grissini) wie auch vegane Knabbereien (Maischips mit Bohnenpüree).

Der Politikerin ist es wichtig, dass man so regional und saisonal wie nur möglich isst. «In diesem Buch hatte ich zu wenig Platz, um Tipps zur Ernährungstheorie oder saisonale Alternativen aufzulisten, was mir sehr wichtig wäre. Aber diesmal überlasse ich das den Hobby-Köchinnen und -Köchen selbst.» Erhältlich ist das Werk übrigens bei Monika Küng selber (www.monikakueng.ch) oder im Claro-Laden in Wohlen. Aber Achtung, es gibt bisher lediglich 500 Exemplare.