Muri

Grosszügig: Millionen-Geschenk für Museum Caspar Wolf

Besucherinnen mit Bildern von Caspar Wolf im Kunstmuseum Basel: links der Seebergsee oberhalb von Zweisimmen, entstanden zirka 1774–77,rechts der Ausgang der Dalaschlucht nach Süden (bei Leuk), entstanden zirka 1776–78.AZ/Archiv Juri Junkov

Besucherinnen mit Bildern von Caspar Wolf im Kunstmuseum Basel: links der Seebergsee oberhalb von Zweisimmen, entstanden zirka 1774–77,rechts der Ausgang der Dalaschlucht nach Süden (bei Leuk), entstanden zirka 1776–78.AZ/Archiv Juri Junkov

Ein grosszügiger Beitrag der Familie Käppeli an die Stiftung MuriKultur fördert die Neugestaltung. Es sei «eine notwendige Geburtshilfe», sagt der Spender dazu.

Die Überraschung ist perfekt: Die Stiftung MuriKultur erhält für den weiteren Aufbau und die Neugestaltung des Museums Caspar Wolf eine Million Franken geschenkt. Der Check über diese Summe stammt von der Familie Franz Käppeli. «Es ist ein nachhaltiger Beitrag auf gute Nachbarschaft, aber vorerst eine notwendige Geburtshilfe», sagte Käppeli bei der Eröffnung seines neuen Museums für medizinhistorische Bücher Muri, das ebenfalls im Singisenflügel untergebracht ist. Das Museum Caspar Wolf ist im Moment wegen einer Neugestaltung geschlossen und wird dank dieser Unterstützung voraussichtlich 2017 wieder eröffnet.

Schon beim Umbau unterstützt

Käppeli hatte MuriKultur schon vorher beim Umbau des Museums Caspar Wolf finanziell unterstützt und weitere 250 000 Franken für den Ausbau zugesichert. Nun haben er und seine drei Kinder diesen Betrag auf eine Million Franken aufgestockt. Dieses Engagement von der Familie Käppeli sei von zwei Hauptmotiven geleitet: «Tun statt haben» und «Vier für alle».

«Dieser Beitrag macht auch Sinn, weil das neue Museum für medizinhistorische Bücher von der gemeinsamen Infrastruktur des Klostermuseums profitieren kann», sagt Franz Käppeli. «Zusammen mit dem Museum Caspar Wolf ergibt das eine einzigartige Attraktion für die Besucherinnen und Besucher von Muri. Die beste Gewähr, dass zwei Nachbarn gut miteinander auskommen, ist, wenn sie einander brauchen.»

Diese finanzielle Unterstützung ist bei MuriKultur gerade jetzt hochwillkommen, wird doch das Museum Caspar Wolf derzeit neu aufgestellt und für die Zukunft attraktiv gemacht. Die Gemälde wurden bereits im Oktober 2013 ins Depot gebracht. Fabian Furter vom Team ImRaum Baden ist mit der Erarbeitung des neuen Ausstellungskonzeptes betraut.

Das ursprüngliche Caspar-Wolf-Kabinett, das sich mit rund 150 Werken dieses bedeutenden Murianer Alpenmalers zur grössten permanenten Wolf-Ausstellung entwickelte, wird nun als neukonzipiertes Museum im Laufe des Jahres 2017 wieder eröffnet werden. Mit dem Millionen-Geschenk sind unter Umständen auch Neuanschaffungen von Werken des berühmten Murianer Malers möglich.

Von den Alpen fasziniert

Caspar Wolf, 1735 als Sohn eines Tischlers in Muri geboren, gilt heute als wichtigster Schweizer Landschaftsmaler des 18. Jahrhunderts und als Pionier der Alpenmalerei. Ihm gelang es meisterhaft, die Alpenwelt, die Berge, Gletscher, Wasserfälle und die ganze Vegetation mit den vielfältigen Stimmungen mit dem Pinsel auf die Leinwand zu bringen. Caspar Wolfs naturgetreue Darstellung der Schweizer Gletscher im 18. Jahrhundert zeigt im Vergleich zu heute den dramatischen Rückgang der Gletscher der Schweizer Alpen im 21. Jahrhundert.

Dank der Unterstützung eines Abtes von Muri konnte der 14-jährige Bursche eine Lehre als Kirchen- und Landschaftsmaler absolvieren. Nachher reiste er nach Deutschland, kehrte aber 1760 nach Muri zurück und malte Altäre für Kapellen und Klöster. Auch Wandmalereien im Schloss Horben stammen von ihm. Ab 1773 machte er verschiedene Studienreisen in die Berge und bis 1777 hatte er etwa 170 Gemäldevorlagen gemalt von Gletschern, Höhlen, Tälern und Gipfeln. Später lebte Wolf wieder in Deutschland und starb vergessen und verarmt 1783 in Heidelberg.

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