Mühlau
Grossvaters gute, alte Zeit lebt in der Scheune wieder auf

Hans und Rolf Hadorn restaurieren nicht nur seltene Traktoren, sondern sammeln alles von früher. In der Oldie-Scheune in Mühlau stellen sie auch alte Motorräder und Autos aus.

Eddy Schambron
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Museumsgründer Hans Hadorn weiss zu jedem Traktor die Entstehungsgeschichte. Sie sind alle fahrbereit restauriert. ES

Museumsgründer Hans Hadorn weiss zu jedem Traktor die Entstehungsgeschichte. Sie sind alle fahrbereit restauriert. ES

Eddy Schambron

Es ist eines der am wenigsten bekannten Museen im Freiamt und trotzdem ein Paradies für Liebhaber alter Fahrzeuge, Maschinen und Gebrauchsgegenstände: Die Volkshochschule (VHS) Oberes Freiamt läutete ihre Mitgliederversammlung mit einem Besuch der Oldie-Scheune von Hans und Rolf Hadorn in Mühlau ein.

«Ich habe selber zuvor nicht gewusst, was es hier alles zu besichtigen gibt», sagte VHS-Präsident Markus Küchler und sprach damit wohl aus, was die meisten dachten. Das Museum an der Schorenstrasse 40 in Mühlau gibt es offiziell seit 1997.

Der erste Traktor, den Hans Hadorn restaurierte, war ein Bührer. Der gelernte Autospengler gehörte damals zu den ersten, die alte Traktoren wieder aufbereiteten. Inzwischen sind noch viele andere, zum Teil sehr rare, dazugekommen: Hürlimann, Fordson, Neuhaus (aus Beinwil/Freiamt), Le Roi, der dreirädrige Loki der Lokomotivfabrik Winterthur, Stihl. Sie alle stehen grundsätzlich fahrbereit in der Halle. Das Gleiche gilt für Motorräder und Autos. Sohn Rolf Hadorn hat nämlich eine Liebe zu Zweirädern und ist vom gleichen Virus befallen wie sein Vater.

«Als Rolf anfing, alte Motorräder herzurichten, wusste ich, dass es weiter geht», freut sich der Museumsgründer. Jetzt stehen schöne Zweiräder beispielsweise von BSA, Velocette oder AJS in Reih und Glied in einem Raum, in einem anderen machen Autos wie etwa der Opel Kapitän von 1959 oder der rote Chevrolet Impala von 1960 Eindruck.

Unzählige Gegenstände

Die Hadorns haben aber nicht nur Fahrzeuge und Arbeitsmaschinen gesammelt und in einen funktionsfähigen Zustand gebracht, sondern in vielen Jahren unzählige Alltagsgegenstände zusammengetragen. Die Vielfalt in der Oldie-Scheune ist grossartig. «Für die einen ist das alter Gerümpel, für die anderen interessant, weil Erinnerungen wach gerufen werden», sagt Hadorn.

Hans Hadorn weiss zu jedem Fahrzeug dessen Geschichte
9 Bilder
Vespa oder BSA Goldenflash - auch Motorradfahrer kommen auf ihre Kosten
Mühlaus Gemeindeammann Josef Huwyler (links) im Gespräch mit Hans Hadorn
Es gibt unendlich viel zu sehen in der Oldie-Scheune
Die Traktoren wären fahrbereit
Die Arbeit geht nicht aus
Altes Handwerk
Detail aus einer früheren Schumacherei
Allerlei alte Kostbarkeiten in der Stube

Hans Hadorn weiss zu jedem Fahrzeug dessen Geschichte

Eddy Schambron

Ganze Szenerien

Wer den Rundgang mitmacht, tritt in eine Stube aus Grossmutters Zeiten, sieht in eine frühere Küche, wo er auch bekannten Reklametafeln von zum Teil heute noch erhältlichen Lebensmitteln begegnet. Man kann zum Beispiel einen Blick in eine komplett eingerichtete, alte Schuhmacherwerkstatt werfen oder zahllose Werkzeuge, wie sie früher in Schreinereien, Küfereien, Drechslereien, auf Bauernhöfen oder auf dem Bau verwendet wurden, bewundern.

Eindrücklich ist auch der Wiederaufbau der früheren Sinser Schmitte von Josef Roos. Sie funktioniert, die Maschinen werden über Transmissionsriemen angetrieben. In dieser Halle hängt der Himmel zudem buchstäblich voll weiterer Utensilien.

Spannend ist es nicht nur, die vielen Gegenstände zu besichtigen, sondern auch den Erzählungen von Hadorn zuzuhören. Er kennt die Geschichte von jedem einzelnen Fahrzeug, weiss alles Mögliche über frühere Gebrauchsgegenstände und Werkzeuge und schöpft zudem aus Erfahrungen zahlreicher, sehr aufwändiger Fahrzeugrestaurationen.

«Wir haben hier auch immer wieder Anfragen von anderen Oldtimerliebhabern nach Ersatzteilen oder Fachwissen», erklärt der Museumsbetreiber. Sein Wissen gibt er gerne weiter. «Andere sollen davon profitieren, damit auch sie alte Gegenstände und Fahrzeuge erhalten können.»

Ab März bis Oktober ist das Museum jeweils am ersten Sonntag im Montag von 10 bis 16 Uhr geöffnet, sonst kann es gegen Voranmeldung (www.oldie-scheune.ch) besichtigt werden. Der Eintritt kostet fünf Franken pro Person ab 16 Jahren.

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