Wohlen/Kallern

Grossratsentscheid zu zwei Freiämter Bauprojekten voraussichtlich im September

Visualisierung der geplanten neuen SBB-Unterführung an der Nutzenbachstrasse, links die geplante neue Rad- und Gehwegverbindung zwischen Anglikon und Villmergen. (Visualisierung)

Visualisierung der geplanten neuen SBB-Unterführung an der Nutzenbachstrasse, links die geplante neue Rad- und Gehwegverbindung zwischen Anglikon und Villmergen. (Visualisierung)

Freiämter Tag in der Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung: Sie hat zwei Projekten aus der Region zugestimmt: der Sanierung der Nutzenbachstrasse und der Planung einer Deponie in Kallern.

Die Nutzenbachstrasse zwischen Anglikon und Villmergen soll saniert und ausgebaut werden. Das hat die Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) beschlossen. Sie stimmt damit dem vom Regierungsrat beantragten Kredit zu. Das Projekt soll 25,75 Mio. Franken kosten. Daran werden sich die Gemeinden Wohlen und Villmergen mit 6,27 beziehungsweise 4,91 Mio. Franken beteiligen. Mit dem Strassenbauprojekt verkoppelt ist auch eine Revitalisierung des heute streckenweise noch eingedolten Nutzenbachs. Das kostet weitere 3 Mio. Franken, und auch hier werden sich die Gemeinden Wohlen und Villmergen anteilsmässig an der Finanzierung beteiligen müssen.

Projektauflage bereits beendet

Die öffentliche Auflage des Vorhabens hat vom 4. Juni bis 3. Juli stattgefunden. Zum Ergebnis kann sich Gesamtprojektleiter Marius Büttiker vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) noch nicht verbindlich äussern: «Bisher weiss ich von zwei Eingaben, es können in den nächsten Tagen aber noch weitere eintreffen», erklärte er auf Anfrage.

Die Sanierung der Nutzenbachstrasse ist seit Jahrzehnten ein Thema. Projekte gab es in den beiden Gemeinden Villmergen und Wohlen schon, als sie noch eine reine Ortsverbindung und keine Kantonsstrasse war. Ein konkretes Projekt wurde erstmals 2008 vorgestellt. Das Flickwerk, welches allerdings auch nur knapp 5 Mio. Franken gekostet hätte, wurde aber wieder verworfen. Mit dem aktuellen Vorhaben liegt eine zukunftsgerichtete Lösung für die wichtige Querverbindung zwischen den beiden Bünztal-Längsachsen vor. Der Ersatz der SBB-Brücke sowie der Bau einer Radwegverbindung ermöglichen endlich auch eine deutliche Verbesserung der Verkehrssicherheit für den Langsamverkehr. Aber auch für den Motorfahrzeugverkehr wird die marode Strasse sicher. Der aktuelle Zustand mit dem Engpass durch die SBB-Unterführung und den schlecht konzipierten Ein- und Ausfahrten in die angrenzenden Industriegebiete ist schlichtweg gefährlich und eigentlich schon seit Jahren unhaltbar.

Über den Kredit wird der Grosse Rat vermutlich im September entscheiden. Grössere Opposition gegen das für die Region wichtige Projekt zeichnet sich bisher nicht ab. Läuft alles nach Plan, so könnte im Frühling 2021 mit der Sanierung begonnen werden. Gerechnet wird mit einer Bauzeit von rund anderthalb Jahren.

Deponiemangel angehen

Ein zweites Freiämter Projekt, mit dem sich die Kommission UBV befasst hat, ist die geplante Deponie im Gebiet Höll auf Gemeindegebiet Kallern und Boswil. Der Regierungsrat hat dem Vorhaben Mitte Juni stattgegeben und die Festsetzung im Kantonalen Richtplan beantragt. Vorgesehen ist eine Deponie mit einer Fläche von rund 20 Hektaren, in der über einen Zeitraum von 15 Jahren rund zwei Millionen Kubikmeter sauberes Aushub- und Ausbruchmaterial aus der Region deponiert werden können. Auch die UBV hat, mit leichten Vorbehalten, der Festsetzung im Richtplan zugestimmt.

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