Boswil/Kallern

Grossrats-Kommission stimmt für Deponie Höll – Minderheit bezweifelt Bedarf

Die Festsetzung einer Deponie Höll für sauberes Aushubmaterial in Boswil und Kallern im kantonalen Richtplan stiess nicht nur auf Zustimmung.

Die Festsetzung einer Deponie Höll für sauberes Aushubmaterial in Boswil und Kallern im kantonalen Richtplan stiess nicht nur auf Zustimmung.

Die zuständige Grossratskommission stimmt einer Festsetzung im kantonalen Richtplan der Deponie Höll in Boswil und Kallern mehrheitlich zu.

In der Ebene, entlang der Kantonsstrasse 124 zwischen Kallern und Boswil, soll in Zukunft Aushubmaterial deponiert werden. Dieses Vorhaben will der Regierungsrat mit der Festsetzung im kantonalen Richtplan definitiv aufgleisen. Linke Parteien und Umweltverbände hatten wegen Vorbehalten zum Landschaftsschutz dazu im Vorfeld Kritik geäussert. 

Die Kommission für Umwelt, Bau, Verkehr, Energie und Raumordnung (UBV) hat der Festsetzung des Projektes nun mehrheitlich zugestimmt. Ein Teil der Kommission bezweifelt allerdings den regionalen Bedarf für diese Deponie, da im Freiamt auch ein Teil des Aushubmaterials aus dem Kanton Zürich abgelagert wird.

Einige Kommissionsmitglieder fordern zudem die Löschung des angrenzenden, vorläufig nicht realisierbaren Deponiestandorts Grüenweid aus dem Richtplan. Die beiden Vorlagen werden voraussichtlich im September 2018 vom Grossen Rat behandelt.

Kredite für Strassenbauprojekt genehmigt 

Die Kommission stimmte ebenfalls den vom Regierungsrat beantragten Kredit für den Ausbau der Kantonsstrasse K 265 in Wohlen und Villmergen zu. Auch der Kredit für die gleichzeitige Revitalisierung und Sanierung des Nutzenbachs wurde einstimmig genehmigt. 

Dabei bemängeln einige Kommissionsmitglieder teilweise den äusserst geringen Kostenbeitrag der SBB an den Ausbau der Bahnunterführung, wie der Grosse Rat mitteilt. Da die Brücke aus Sicht der SBB allerdings nicht sanierungsbedürftig sei, gebe es aber für eine höhere Kostenbeteiligung der Bahn keine Rechtsgrundlage.

Das Strassenbauprojekt war im Jahr 2013 von der Gemeinde Villmergen abgelehnt worden. Angesichts des grossen Interesses des Kantons am Ausbau und an der Sanierung der Angliker-/Nutzenbachstrasse und der dazugehörenden Bahnunterführung will der Kanton die Kostenbeiträge der Gemeinden nun mit einem Grossratsbeschluss anordnen. 

Die beiden betroffenen Gemeinden haben dem vom Regierungsrat vorgeschlagenen Kostenteiler dabei vorgängig zugestimmt. Die Kosten des Wasserbauprojekts werden zwischen Bund, Kanton und der Gemeinde Wohlen aufgeteilt. (cki)

Meistgesehen

Artboard 1