Waldhäusern hat gerade mal knapp 120 Einwohner. Ein entsprechend grosses Highlight ist das nur alle zehn Jahre stattfindende Dorffest, das die Bewohner von Waldhäusern und die Gäste aus umliegenden Dörfern vereint.

In einem derart kleinen Örtchen ein so grosses Fest zu organisieren, ist nicht gerade einfach und nur mit vereinten Kräften möglich. «Alle müssen zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen», sagt Roger Näf, der Leiter des Organisationsteams.

Dass diese Kooperation funktioniert, zeigt das gelungene aktuelle Dorffest, das am Wochenende stattfand. Aufwendig gestaltete Dekorationen, grosszügige Festzelte, Konzerte und eine reichhaltige Gastwirtschaft boten den Besuchern alles, was zu einem solchen Fest gehört.

Auch für kleine Gäste war alles vorbereitet: Auf einer Strohburg, einem Luftschloss und in einem Mini-Zoo kann sich der Nachwuchs vergnügen.

40 Jahre lange Tradition

Das Dorffest hat für Waldhäusern besondere Bedeutung. «Vor 40 Jahren haben sich ein paar Einwohner spontan entschieden, ein kleines Fest zu organisieren», sagte Näf. «Der Erfolg des Fests führte schliesslich zur Gründung des ‹Dorfvereins Waldhäusern› und zum Entscheid, das Fest alle zehn Jahre zu wiederholen.»

Das Fest sei ein Anlass mit Tradition, betonte Näf. «In der heutigen multimedialen Zeit, in der Informationen, Unterhaltung und Kommunikation überall und sofort zur Verfügung stehen, erfreuen wir uns nach wie vor an der Schweizer Mentalität und den Traditionen.»

Einem Verein anzugehören, um mit Freunden zu turnen, zu musizieren oder zu jassen, habe für die Waldhäuserer grossen Stellenwert. Gemeinsam am Dorffest zusammenzuhocken, zu essen und zu plaudern, gefalle den Gästen.

Junge übernehmen das Ruder

Dieses Jahr findet bereits die fünfte Ausführung des Dorffestes statt. Jetzt hat die nächste Generation die Organisation übernommen. «Die Vorbereitungen zogen sich über rund zwei Jahre hin», sagte der 25-jährige Roman Schmid, Mitglied des achtköpfigen OK-Teams. Schliesslich habe man in einer Woche alle Zelte und Dekorationen aufgestellt.

«Die ehemaligen Organisatoren schauten uns über die Schulter», sagte Schmid. Dabei sei auch ab und zu kritisiert worden, aber schliesslich konnten die Jungen beweisen, dass sie das Dorffest erfolgreich auf eigene Faust ausrichten können. «Viele Kollegen, auch aus anderen Dörfern, halfen mit», so Schmid. Ohne Unterstützung aus der Nachbarschaft ginge es nicht. Nicht nur in der Organisation, auch am Festablauf gab es Änderungen.

«Wir haben dieses Jahr auch tagsüber geöffnet und nicht mehr bloss abends», sagte Schmid. Die meisten Gäste würden aber an den Abenden erwartet. «Der Tag würde wohl zu lang, wenn man ihn komplett hier am Fest beginnt», so Näf. Am Samstagnachmittag herrschte also noch die Ruhe vor dem Sturm. Am Abend spielte dann das Zillertaler Trio, was, wie Schmid gehofft hatte, «sehr viele Gäste» angelockt hat.