Die Primar- (PSAM) und Kreisschule (KSAM) am Maiengrün, in denen Kinder und Jugendliche aus Dottikon, Hägglingen und Hendschiken (nur KSAM) unterrichtet werden, wagen einen grossen Schritt in die digitale Zukunft. Eine neue Informatikinfrastruktur mit Tablet-Computern soll die jungen Menschen fit machen für ein Leben in der 0/1-Welt.

An einer öffentlichen Orientierungsversammlung für alle Interessierten aus den betroffenen Gemeinden informierten am Dienstagabend verschiedene Behördenvertreter und Mitglieder des Projektteams über das ICT-Konzept, das für die Schulen am Maiengrün im Laufe der vergangenen fast zweieinhalb Jahre entwickelt wurde. ICT steht für Information and Communication Technology.

Dieser Begriff umfasst genau die Schwerpunkte einer zeitgemässen Ausbildung im Informatikbereich: Information und Kommunikation. Die digitale Welt ist ein unerschöpflicher Quell an Informationen und ein ebenso nützliches wie gefährliches Kommunikationsnetz. «Die Medienkompetenz erhalten die Jungen heutzutage via Smartphone und Tablet», erklärte Dottikons Vizeammann Franz Lötscher, Präsident des Schulverbandes KSAM, gegenüber der AZ. «Wir wollen, dass sie von Anfang an lernen, mit diesen Geräten verantwortungsvoll umzugehen und die digitalen Möglichkeiten im Unterricht auch sinnvoll zu nutzen.»

Ein Tablet für jeden Schüler

Um die angestrebten Ziele zu erreichen, hat man Marc Pilloud von der Firma Nextmeme Digital als externen Berater angeheuert. Er hat in enger Zusammenarbeit mit einem Team aus verschiedenen Bereichen der Schulen am Maiengrün das ICT-Konzept ausgearbeitet, auf dessen Grundlage die neue Informatikstruktur aufgebaut werden soll.

Das Konzept umfasst wichtige Eckpfeiler für einen gelingenden digitalen Schulalltag. Es basiert technologisch auf persönlichen Tablets für alle Schüler ab der 5. Klasse und zwei bis sechs Tablets pro Klasse, vom Kindergarten bis zur 4. Klasse. Dazu kommt eine entsprechende Ausrüstung für die Lehrpersonen.

Die drei Schulhäuser (Hägglingen, Hübel und Risi) werden mit flächendeckendem WLAN und breitbandigem Internetzugang sowie digitaler Präsentationstechnik (Audio/Video-Ausrüstung) für die Schulzimmer versehen. Dazu kommen externe ICT-Dienste, wie zum Beispiel E-Mail, Cloud-Dateiablage und eine Videoplattform. Um neben dem technologischen auch den pädagogischen Support zu gewährleisten, sieht das Konzept die Schaffung einer 100-Prozent-Stelle für diesen Bereich vor, je 50 Prozent für die PSAM und die KSAM.

Gemeinden müssen zustimmen

Die Überprüfung der Schulhäuser mit einem externen Elektroplaner und Architekten hat ergeben, dass für eine erfolgreiche Umsetzung des ICT-Konzepts auch einige bauliche Anpassungen unabdingbar sind. Alles in allem schlägt die neue Informatikstruktur der Schulen am Maiengrün mit rund 2,5 Mio. Franken an Gebäudekosten und Investitionskosten ICT zu Buche.

An ihren Gemeindeversammlungen müssen Hendschiken (13. Juni), Dottikon (15. Juni) und Hägglingen (21. Juni) den Krediten für die Beteiligung an den Gesamtkosten zustimmen, sonst bleibt für die Schüler am Maiengrün die digitale Zukunft in ihren veralteten und absturzgefährdeten Computern stecken. Mit 85 000 (Hendschiken), 1,4 Mio. (Dottikon) und 0,7 Mio. Franken (Hägglingen) werden diese Gemeinden im Kanton zu Vorreitern auf dem Weg des digitalen Lernens.