Mit konzentrierten Gesichtern und vor Aufregung roten Wangen laufen die Kinder durch das Waldstück in der Nähe des Alpenanzeigers. Matsch und herumliegendes Holz sind keine Hindernisse für die kleinen Sucher. Schliesslich hat hier der Osterhase jede Menge bunte Eier für sie versteckt, die in die Osternestli gesammelt werden sollen. Bald ruft jemand: «Ich habe eins gefunden!» Und zeigt seinen kleinen Freunden stolz das entdeckte Osterei.

Bevor die grosse Suche startet, können sich die rund 40 Kinder ein liebevoll verziertes Nest aussuchen, die der Dorfverein am Alpenanzeiger bereitgestellt hatte. Viele Kinder bringen auch schon Körbchen, Eimer und Nester von Zuhause mit. Ungeduldig warten sie die Begrüssung des Dorfverein-Präsidenten Daniel Seiler ab. Einige Kinder hatten sogar schon Ideen, wo sie am besten suchen wollten: «Ich weiss, wo bestimmt ein paar Eier sind.» Ein paar Instruktionen gab es dann auch noch: «Der Bereich zum Suchen ist durch ein Absperrband gekennzeichnet. Wer fünf Eier in sein Nestli gelegt hatte, der möchte zurück zum Alpenzeiger gehen.»

Verstecke und Geschenke

Dann endlich geht es los, die Sucherschar stürmt gespannt Richtung Wald. Akribisch suchen die Kinder jedes mögliche Versteck ab, den ganz Kleinen stehen die Eltern hilfreich zur Seite. Zum Glück tragen die kleinen Entdecker durchweg Gummistiefel und wetterfeste Kleidung. Stürze auf den durchweichten Waldboden stellen also kein Problem dar, bei der Aussicht auf tolle Ostereier ist ein Fleck auf der Hose sowieso nebensächlich. Kurz vor elf haben fast alle Sucher ihre fünf Eier entdeckt und laufen zurück zum Treffpunkt. Dort wartet bereits eine kleine Stärkung auf die kleinen Abenteurer und deren Eltern.

Der sechsjährige Neo berichtet nach der Eierauflesete verschmitzt: «Ich habe fünf Eier gefunden und dann nochmals zwei. Die habe ich wieder versteckt.» Seine zwei Jahre jüngere Schwester Lara erzählt, dass sie auch fünf Eier gefunden habe. «Die Eier waren leicht zu finden», findet er. Lara nickt zustimmend. Beide sind nun gespannt, was der Osterhase am Sonntag für sie versteckt hat. Timo, neun Jahre alt und der siebenjährige Sven erzählen: «Wir haben zusammen sogar elf Eier im Wald gefunden, das Elfte haben wir aber verschenkt.» Während sie genüsslich einen Schokoladen-Hasen verspeisen, stellen die beiden noch fest: «Die Eier waren gut zu finden.»

Zum zweiten Mal hat der Angliker Dorfverein die Eierauflesete am Alpenanzeiger organisiert. Die Wahl sei auf den Karfreitag gefallen, weil an diesem Tag allgemein nicht so viele Veranstaltungen stattfinden wie an den übrigen Ostertagen. Daniel Seiler führt aus: «Früher wäre so ein Anlass an diesem stillen Feiertag vermutlich schwierig gewesen. Doch heute ist man da weniger streng.» Im letzten Jahr sei die Suche sehr gut angekommen, also veranstalte der Verein sie auch in diesem. Das grösste Problem sei das unbeständige Wetter. «Wir sind froh, dass es heute trocken ist», so der Vereinspräsident. Vor der Suche verrät Seiler lächelnd: «Der Osterhase und seine Helfer haben 240 Eier im Waldstück versteckt. Das wird ein grosser Spass für die Kinder.»