Schweiss wird derzeit vergossen in den Wohler Schulzentren Bünzmatt, Halde und Junkholz, sehr viel Schweiss. Seit Januar sind die Stundenplaner der je eigenen Primar- und Oberstufen in den drei Zentren daran, die Stundenpläne für das nächste Schuljahr zu erarbeiten. Wobei die Betonung definitiv auf «arbeiten» liegt, denn es gilt, mehr als 2000 Kinder (Stand Schuljahr 17/18: 2183), verteilt auf die drei Schulzentren und streng nach den Vorgaben des Schulgesetzes, in nicht zu kleine und nicht zu grosse Klassen aufzuteilen.

Damit aber nicht genug. Jede Schulstufe und jeder Schultyp hat andere Vorgaben, was die Anzahl der Wochenlektionen und natürlich auch die Unterrichtsfächer betrifft. Weil nicht jede Lehrperson alle Fächer unterrichten kann, braucht es mehr Lehrpersonen, als es Schulklassen gibt. Diese Lehrpersonen müssen nun so verteilt werden, dass alle Schüler den ihnen zustehenden Unterricht erhalten, dabei keine allzu langen Wege vom einen Unterrichtsort zum nächsten zurücklegen müssen und insgesamt einen Stundenplan erhalten, der die eher kopflastigen Fächer und die mehr physischen oder musischen Lektionen in einem lernförderlichen Wechsel möglichst harmonisch aneinanderreiht.

Die Schüler des Wohler Schulzentrums Halde sind dauernd zwischen den Gebäuden vor Ort und den umliegenden Provisorien auf Achse. Neue, zeitgemässe Räume gibt es erst ab 2022.

Die Schüler des Wohler Schulzentrums Halde sind dauernd zwischen den Gebäuden vor Ort und den umliegenden Provisorien auf Achse. Neue, zeitgemässe Räume gibt es erst ab 2022.

Noch eine Klasse mehr

Grundsätzlich ist die Stundenplanung in allen drei Schulzentren dieselbe. Wobei die Planer im Junkholz und im Bünzmatt einen gewissen Vorteil haben, weil deren Schulanlagen viel jünger und grosszügiger dimensioniert sind als das Primar- und Bezirksschulhaus Halde. Ausserdem hat die Halde nur eine Turnhalle; Junkholz und Bünzmatt verfügen über Mehrfachturnhallen. Der Schulraumnotstand in der Halde ist in Wohlen seit Jahren schon ein Politikum (siehe Artikel unten). Deshalb scheint die Frage berechtigt, ob und wie die Stundenplaner in der Halde ihren Auftrag noch stemmen können, wo im kommenden Jahr doch noch eine zusätzliche Klasse in der Primarschule untergebracht werden soll. «Auch dieses Problem werden wir lösen», gibt sich Paul Bitschnau, Schulleiter der Bezirksschule, zuversichtlich. «Wir schaffen es seit Jahrzehnten, mit den Verhältnissen hier zurechtzukommen.» Konkret bedeutet das, dass das Schulzentrum Halde auf umliegende Provisorien ausweichen muss, um allen Anforderungen des Schulplans gerecht zu werden.

Planung beginnt mit Turnhallen

Für den möglichst reibungslosen Ablauf all der notwendigen Ortswechsel zwischen Halde, Wietlisbachhaus, Oberdorfweg, Berufsbildungszentrum Freiamt, Hofmatten und Junkholz sind Primarlehrerin Franziska Bürgi und Bez-Lehrer Markus Fricker zuständig. «Wir beginnen bei der Planung immer mit den Turnhallen», sagt Fricker. «Dann verteilen wir die Räume, die es für Wahlfächer braucht, und die Spezialräume, wie etwa die Schulküche oder die Werkräume.»

Herausfordernd wird es für die Stundenplaner, wenn Halbklassen oder Therapiestunden Zimmer benötigen. Ausserdem sind die Haldenschulhäuser in einer Zeit gebaut worden, als man noch voll auf den Frontalunterricht setzte und dafür Klassenzimmer von 57 Quadratmetern als ausreichend erachtete. Moderne Schulzimmer sollten, laut Vorgabe des Departements Bildung, Kultur und Sport, 70 Quadratmeter gross sein und Raum für Gruppenarbeiten bieten. Diese Möglichkeit hat die Halde heute noch nicht. Dafür sind die bestehenden Zimmer zu klein. Dennoch werden die Stundenplaner auch für das nächste Schuljahr wieder eine Lösung für fast jeden Anspruch finden. «Es hat etwas Faszinierendes», sagt Franziska Bürgi. «Anstatt, dass ich nach Hause komme und an einem 10'000-er-Puzzle weitermache, tüftle ich halt am Stundenplan herum.»

100 Stunden und mehr stecken die Stundenplaner in ihr offizielles Amt. 50 bis 70 Varianten erarbeiten sie dabei in engem Austausch mit ihren Schulleitern und den Kollegen der anderen Zentren. Die Genehmigung der neuen Stundenpläne obliegt der dafür zuständigen Schulleitung. «Wir machen Schülerstundenpläne», betont Paul Bitschnau. «Die Bedürfnisse und das Wohlbefinden unserer Schüler haben bei der Planung oberste Priorität. Alles andere kommt nachher. Um dieses Ziel zu erreichen, gibt es nur eines: Man muss reden, reden, reden ...» Über 700 Haldenschüler profitieren auch 2018/2019 von diesem zielgerichteten Austausch.