Arni

Grosse Güselberge bei der letzten Gratis-Müllabfuhr - nun kommt die Sackgebühr

Gratis-Abfallberge in Arni

Grosses Ausmisten in Arni.

Die Gemeinde führt 2016 Sackgebühren ein - ein letztes Mal konnten die Einwohner ihren Güsel gratis der Kehrichtabfuhr mitgeben.

Im neuen Jahr muss Arni als letzte Aargauer Gemeinde Sackgebühren einführen. Die Einwohner nutzten die letzte Gelegenheit zum grossen Gratis-Ausmisten.

In Arni im Bezirk Bremgarten stand am Mittwoch auffällig viel Abfall am Strassenrand. Denn gestern war es für die Einwohner die letzte Gelegenheit, ihren Güsel gratis loszuwerden. 

Überall, wo die Mitarbeiter der Kehrichtabfuhr hinkommen, warten wahre Abfallberge auf sie, wie «TeleM1» in einer Reportage zeigt. 

«Es ist mehr als gewöhnlich», bestätigt Kehrichtmann Dominik Konrad nickend und lachend dem «TeleM1»-Reporter. Vielleicht sei es sogar doppelt so viel als sonst, meint er. Schon nach einer Stunde ist der Lastwagen das erste Mal voll und muss geleert werden. Normalerweise ist das sonst erst nach drei Stunden der Fall, erzählt Fahrer Antonio Gomez. 

Kehrichtmann Stefan Stöckli stellt fest, dass er und seine Kollegen an diesem letzten Gratis-Güsel-Tag in Arni unüblich viele Möbel mitnehmen müssen. «Und viel Eisen, das wir sonst nicht mitnehmen.»

Ab 2016 müssen auch sie dafür zahlen. Arni muss als letzte Gemeinde im Kanton Aargau Sackgebühren einführen. Bisher kostete die Abfallentsorgung die Gemeinde 300 Franken pro Einwohner. Die Gemeinde hätte ihr System gerne weitergeführt, doch sie musste sich einem Entscheid des Bundesgerichts beugen, das sie zur Einführung von Sackgebühren verpflichtete. 

Das Bundesgericht hatte im Jahr 2011 entschieden, dass Pauschalgebühren nicht zulässig sind und dass Gemeinden den Müll verursachergerecht entsorgen müssen. Das Urteil bezog sich auf die Waadtländer Gemeinde Romanel-sur-Lausanne, in deren Abfallreglement nur pauschale Gebühren vorgesehen waren.

Als zweitletzte Aargauer Gemeinde hatte Oberwil-Lieli Anfang Jahr die Sackgebühren eingeführt. «Die Menge des Abfalls halbierte sich daraufhin. «Das Bewusstsein der Leute ist gestiegen», vermutete Ammann Andreas Glarner gegenüber der az im Juni. Ein grosser Teil des auswärtigen Abfalls werde nicht mehr in der Gemeinde entsorgt. (pz)

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