Wohlen
Grosse Enttäuschung bei den abgewählten Gemeinderäten Breitschmid und Donat

Die abgewählten Gemeinderäte Bruno Breitschmid und Ruedi Donat ziehen ihre Schlüsse und suchen nach Erklärungen.

Christian Breitschmid
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Bruno Breitschmid (links) und Ruedi Donat wurden abgewählt.

Bruno Breitschmid (links) und Ruedi Donat wurden abgewählt.

Toni Widmer

Aus seiner Enttäuschung macht Bruno Breitschmid (FDP) keinen Hehl und aus seinem Herzen keine Mördergrube: «800 Stimmen weniger als noch vor vier Jahren. Da fragt man sich schon, ob man denn so viel Mist gebaut hat. Ich glaube, wohl eher nicht.» Er sei auch überzeugt, dass ihn die FDP nicht habe loswerden wollen, wie im AZ-Kommentar gestern zu lesen war.

«Ich glaube eher, dass die Bürger meinen Wechsel vom Parteilosen zum FDP-Mitglied nicht goutiert haben», vermutet Breitschmid. «Dazu kamen die Leserbriefe von Urs Stäger, die dazu aufgefordert haben, nur Neue zu wählen. Und vielleicht hat auch mein Alter für die Wähler eine Rolle gespielt», so der 66-Jährige weiter.

Natürlich sei auch der Sozialbereich kein Ressort, mit dem man immer positiv nach aussen auftreten könne. «Wenn einer das Strohmuseum eröffnet oder ein Gebäude einweiht, dann wird das schon mehr wahrgenommen als meine Aufgaben.» Er hätte aber gerne noch eine dritte Amtsperiode geleistet und danach dann definitiv aufgehört. Nun sei eben jetzt schon Schluss. «Man hat mich schon angefragt, als Einwohnerrat zu kandidieren. Aber ich will nicht in die Opposition gehen. Ich will, dass Ruhe ist im Dorf.»

Ruedi Donat (CVP) hat die Abwahl noch härter getroffen: «Was wollt ihr hören? Dass ich am Boden zerstört bin? Ich kann nichts mehr dazu sagen. Ich bin einfach masslos enttäuscht. Ich wäre gerne noch eine Legislatur geblieben. Ich habe doch sicher nicht eine so schlechte Büez gemacht.»

Drei sind einer zu viel

Vor vier Jahren noch mit dem zweitbesten Ergebnis in den Gemeinderat gewählt, unterlag Donat diesmal seiner Parteikollegin Ariane Gregor, die ihn mit 150 Stimmen Vorsprung auf den dritthintersten Rang vor Dieter Stäger und Bruno Breitschmid verwies. «Mag sein, dass unsere Dreierkandidatur von der CVP daran Schuld ist», mutmasst Donat, «aber wenn wir Ariane Gregor nicht aufgestellt hätten, dann wäre sie für die FDP angetreten. Es wäre doch so oder so vermutlich aufs Gleiche rausgekommen.» Donat kann sich gut vorstellen, dass die Wähler einfach eine Frau im Gemeinderat haben wollten.

Trotz herber Niederlage will Donat seiner Partei und der Politik treu bleiben. Nach seinen nächsten Zielen und Plänen befragt, wiegelt er ab: «Ich habe den nächsten Schritt schon eingeleitet, aber darüber will ich jetzt noch nicht sprechen.» Die nächste Möglichkeit, in Wohlen zu politisieren, wäre ein Sitz im Einwohnerrat. Die Wahllisten wurden gestern auf der Kanzlei abgegeben.