Hermetschwil-Staffeln
Grenzwanderung auf neun an Überraschungen reichen Kilometern

Im Hinblick auf die Fusion mit Bremgarten hat die Gemeinde Hermetschwil-Staffeln ein regionales Grenzrundgangsfest mit den sieben Nachbargemeinden organisiert. Eine tolle Idee, die bei der Bevölkerung viel Anklang gefunden hat.

Lukas Schumacher
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Kostenloser Fährbetrieb beim Geisshof.

Kostenloser Fährbetrieb beim Geisshof.

Lukas Schumacher

Hermetschwil-Staffeln verliert in vier Monaten die politische Eigenständigkeit und somit auch seine sieben Nachbargemeinden. Höchste Zeit also, einmal zu Fuss dem genauen Verlauf der bald aufgehobenen Grenze zu folgen.

Mehrere hundert Leute aus Hermetschwil-Staffeln und den benachbarten Gemeinden machten sich auf den exakt 9,3 Kilometer langen Weg, der zu einem schönen Teil bewaldet und alles andere als topfeben war. Einige absolvierten den gesamten vierstündigen Rundgang,

andere betätigten sich als Querein- und -aussteiger. Sie alle kamen in den Genuss eines wohltuenden Naturerlebnisses, von zahlreichen Begegnungen mit Gleichgesinnten und von allerlei Überraschungen der sieben Gemeinden auf ihren Grenzabschnitten, die sie mit Hermetschwil-Staffeln teilen.

Eine tolle Idee setzten Pioniere der Zivilschutzorganisation Muri-Boswil im Auftrag der Gemeinde Rottenschwil-Werd durch. Sie bauten eine begehbare 27,5 Meter lange Seilbrücke über ein Tobel. Der spektakuläre, beim Betreten leicht schwankende, aber äusserst stabile Übergang wäre als bleibendes Bauwerk gewiss geschätzt worden. Leider muss die Brücke sofort wieder abgebaut werden.

Rössli-Wagenfahrten der Gemeinde Unterlunkhofen, ein Fährbetrieb beim Geisshof am Flachsee, Schnellbootfahren auf dem Zufiker Abschnitt, Bogenschiessversuche auf Bremgarter Boden, ein Wild-Wald-Wissen Parcours bei der Gemeindegrenze Bünzen, Freiämter Sagenerzählungen von Gemeinderat Hans Rudolf Müller in Waltenschwil oder ein kleiner Seilgarten für Kinder in Besenbüren erfreuten die Rundgänger.

Alle Aktivitäten waren kostenlos, genauso der an den sieben Grenzposten offerierte Tee sowie das Mineralwasser. Andere Getränke und die überall reichlich angebotenen Speisen musste man bezahlen.

Das Schlussbouqet der Grenzbegehung bildeten am Abend Festivitäten auf dem Staffler Schulgelände, dem geografischen Mittelpunkt der Gemeinde Hermetschwil-Staffeln. Wer Höhenluft schnuppern wollte, konnte sich per Skyworker 35 Meter in die Luft befördern lassen und wurde mit grossartigen Aussichten aufs Dorf und die weitere Umgebung belohnt.

Hungrige hatten die Qual der Wahl, denn sieben einheimische und ausländische kulinarische Häppchen zum Einheitspreis von sechs Franken pro Portion konnte man geniessen. Im kurzweiligen Unterhaltungsprogramm konzertierten The Hardy ́s Bubbles aus Wohlen in alter Frische. Das bekannte Komikerduo Lapsus, Gym Fit aus Zufikon, eine Feuershow und die einheimische Musikgesellschaft rundeten das Programm ab.