Wohlen

«Grenzen gesprengt»: Die Gemeindebibliothek wird mit 10'000 Franken ausgezeichnet

Das Bibliotheksteam um Karin Renner (Dritte von rechts) und Bibliotheksleiterin Christine Freudenthaler (Zweite von rechts) freut sich über die Auszeichnung.

Das Bibliotheksteam um Karin Renner (Dritte von rechts) und Bibliotheksleiterin Christine Freudenthaler (Zweite von rechts) freut sich über die Auszeichnung.

Die Gemeindebibliothek hat mit ihrem Projekt BibliMuki den kantonalen Bibliothekspreis 2017 der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) abgeräumt.

In der Turnhalle wird geturnt, in der Bibliothek gelesen. Oder etwa nicht? Das Team der Gemeindebibliothek Wohlen hat diese engstirnigen Grenzen gesprengt – und ist dafür mit dem kantonalen Bibliothekspreis im Wert von 10 000 Franken belohnt worden. «Wir hätten nie erwartet, dass wir den Hauptpreis abräumen würden, es ist unfassbar», sind sich Bibliotheksleiterin Christine Freudenthaler und Projektleiterin Karin Renner einig.

Aber von Anfang an: Karin Renner war fünf Jahre lang Mukiturnleiterin in Waltenschwil. «Eine Turnlektion wird meist um eine Geschichte herum gestaltet», erklärt sie. Als sie vor fünf Jahren neben ihrem Mukiturn-Job ins Wohler Bibliotheksteam aufgenommen wurde, übernahm sie die Leitung über die Kinder- und Schulprojekte. «Irgendwann hatte ich die Idee, beides miteinander zu verbinden.» So entstand BibliMuki, eine vorgefertigte Mukiturnstunde, bei der die Reise eines Buches vom Ausleihschalter über die Tasche bis ins Kinderzimmer und zurück mit verschiedenen Turngeräten nachgespielt wird. Was passt besser zum diesjährigen Motto des Bibliothekspreises «Kreativ mit Kopf und Hand»?

Nachahmung erwünscht

Und es wird dabei natürlich in den Büchern, die die Bibliothekarin mitbringt, geschmökert. «Die Kinder konnten sich kaum mehr von den Büchern losreissen. Darum habe ich ausrangierte Kinderbücher der Bibliothek mitgebracht, diese durften die Kinder anschliessend mit nach Hause nehmen.» So hat Renner gleich mehrere Ziele erreicht: Neben einer spannenden Mukiturnstunde wurden den Kleinen Spass an Büchern und ihren Eltern oder anderen Begleitpersonen die Vorteile der Bibliothek nähergebracht. Diese Idee hat auch die Jury des Bibliothekspreises überzeugt.

Und das Beste daran: Die Mukiturnstunde soll kein einmaliger Spass gewesen sein. «Einerseits würde ich sie auch gerne mit anderen Mukiturngruppen durchführen. Andererseits habe ich das gesamte Vorgehen aufgeschrieben und gebe es bei Interesse gerne an andere Bibliotheken ab, so können sie dieselbe Stunde ganz einfach selber umsetzen.»

Klausur und neue Projekte

Was mit den 10 000 Franken, die am Wochenende verliehen worden sind, nun geschehen soll, weiss das Bibliotheksteam noch nicht. Leiterin Freudenthaler könnte sich Verschiedenes vorstellen: «Die Gewinner von vor zwei Jahren haben gemeinsam eine Klausur im Schwarzwald durchgeführt, das wäre vielleicht etwas. Und auch weitere Projekte sollen davon profitieren. Wir werden sehen. Erst einmal freuen wir uns alle riesig.»

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