Waltenschwil

«Grenzen der Verkehrskapazität sind bald erreicht»

Peter G. Schütz ist überzeugt, dass die Verkehrskapazitätsgrenzen im Aargau erreicht sind.

Peter G. Schütz ist überzeugt, dass die Verkehrskapazitätsgrenzen im Aargau erreicht sind.

Der langjährige kantonale Verkehrsplaner Peter G. Schütz zeigte den Regionalplanern des Unteren Bünztals die schwierige Zukunft des Verkehrs auf. Nur ein Mobility-Pricing-System könne noch zur Lösung der Verkehrsprobleme beitragen.

«Die Grenzen der Verkehrskapazität im Aargau werden sehr bald erreicht sein», erklärte Peter G. Schütz, der während fast 30 Jahren die kantonale Abteilung Verkehrsplanung geleitet hat, gestern an der Abgeordnetenversammlung des Regionalplanungsverbands (Repla) Unteres Bünztal. «Und das Schlimme daran ist, dass wir alle selber masslos dazu beitragen, dieses Problem noch zu verschlimmern.»

«Mobility-Pricing setzt sich durch»

Zur Lösung beitragen könnte nur ein Mobility-Pricing-System, bei dem jene Automobilisten mehr zahlen, «die beispielsweise mitten in der Stosszeit nach Baden fahren, um dort zu parkieren». Schütz ist überzeugt, dass sich das System durchsetzen wird. «Man bekommt keine Leistung, ohne zu bezahlen», sagte auch Repla-Präsident Walter Dubler. Nur so würden sich die Leute vielleicht überlegen, stattdessen die öffentlichen Verkehrsmittel (öV) zu benutzen, hielt Schütz fest. Dennoch müsste beides – öV- und Individualverkehrsnetz – ausgebaut werden. «Im Zentrum der kantonalen Planung steht die Abstimmung zwischen Siedlung und Verkehr», zeigte er den dritten Punkt auf, der für die Zukunft des bereits an seine Grenzen stossenden Strassennetzes immer wichtiger würde.

Der Aargau habe eine gute Standortqualität. Doch um diese aufrechterhalten zu können, brauche es Investitionen und verkürzte Bewilligungsverfahren. Denn die Folgen der momentanen Verkehrsentwicklung seien Verkehrsimmissionen, verschlechterte Wohnqualität, Engpässe in der Infrastruktur und höhere Kosten für den Lärmschutz.

690 Bäume gepflanzt

Die 23 Abgeordneten waren nicht in Diskussionslaune, sondern freuten sich eher über ihren guten Jahresabschluss 2011. Besonders die Arbeitsgruppe Landschaft/Umwelt war stolz, denn sie konnte nicht nur das Alleenprojekt erfolgreich abschliessen, bei dem durch 200000 Franken des Fonds Landschaft Schweiz im Repla-Gebiet 690 Bäume gepflanzt werden konnten, sondern auch unzähligen Turmfalken- und Schleiereulen neue Nistkästen zur Verfügung stellen.

Die Fahrplan- und öV-Gruppe war dagegen weniger erfolgreich. Keines ihrer 12 Begehren, die die Bahn betreffen, und 15 Begehren bezüglich der Busverbindungen wurden vom Kanton und der SBB berücksichtigt. Am 10. Januar 2012 konnte allerdings ein Anliegen bezüglich regelmässigem und schnellem Neat-Anschluss, das von mehr als der Hälfte aller Grossräte unterzeichnet wurde, im Grossen Rat deponiert werden.

Punkto Finanzen konnte die Repla 2011 einen Ertragsüberschuss von 24490 Franken (Budget: 7140 Franken) verbuchen. 2012 wurde die Umsetzung des Pflegegesetzes als eigener Punkt in die Planung aufgenommen.

Als neues Mitglied des Vorstands ersetzt der Villmerger Ammann Ueli Lütolf seinen Vorgänger Paul Meyer, der während sechs Jahren in der Repla mitgewirkt hat. «Es war spannend, über die eigenen Gemeindegrenzen hinaus die regionalen Probleme zu sehen», fand Meyer.

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