Fast exakt zwei Jahre sind vergangen, seit die Schaffhauser zuletzt in der Hofmattenhalle in Wohlen aufliefen. Damals war das Treffen zu einem richtigen Handballfest geworden, in dem sich der krasse Aussenseiter aus dem Freiamt beachtlich aus der Affäre gezogen hatte. 23:39 lautete das Schlussverdikt damals. Für die Neuauflage des Duells mit dem aktuellen Tabellenführer der Nationalliga A hatten sich die Wohler viel vorgenommen: mehr Treffer und weniger erhalten als letztmals gegen Schaffhausen.

Viel Zug aufs Tor

Im Vorfeld hatten die Wohler die Werbetrommel für das «Spiel des Jahres» kräftig gerührt. Unter anderem waren auf der Facebookseite des Vereins Videobotschaften des früheren Wohlen-Akteurs Luca Spengler (heute HC Kriens-Luzern) und von Pascal Jenny, der zu Aktivzeiten für Wohlen und die Kadetten gespielt hatte und mittlerweile Tourismusdirektor von Arosa ist, zu finden. Es war also alles bereit für ein weiteres Handballfest. Auch von den Rängen wurde Wohlen von gut 400 Zuschauern unterstützt. Doch die Gäste aus Schaffhausen liessen von Beginn an nichts abrennen. Sie suchten den direkten Weg zum Tor und spielten auch in der Defensive sehr konzentriert. Phasenweise schien es, als würden die Ostschweizer die Wohler Pässe in den freien Raum riechen. Nur selten konnten die Gastgeber im Angriff reüssieren.

Starker Torwart Sascha Rudi

Dass die Schaffhauser trotzdem «nur» mit 18:9 führten, hatten die Hausherren Torhüter Sascha Rudi zu verdanken. «The Craken» stellte seine Qualitäten immer wieder unter Beweis. Nicht weniger als acht Paraden zeigte er allein in der ersten Hälfte, mehrere davon mirakulös im Eins gegen Eins. «In diesen Situationen gehst du einfach voll in die Ecke. Das hat super geklappt, ich war selber etwas überrascht. Aber es ist genial, vor so vielen Zuschauern gegen solche Hochkaräter zu spielen», so Rudi.

Das Spiel war zur Halbzeit natürlich bereits entschieden. Trotzdem gingen die Schaffhauser nicht vom Gas. Im Gegenteil. Die Ostschweizer zeigten sich zu Beginn der zweiten Spielhälfte humorlos und bauten ihren Vorsprung weiter aus. Es dauerte fast neun Minuten, ehe die Wohler nach dem Seitenwechsel erstmals punkteten.

Nach 60 Minuten lautete das Schlussresultat 21:39. Ein Resultat «mit dem wir gut leben können», wie Klubpräsident Martin Laubacher nach dem Spiel meinte. Auch Trainer Daniel Lehmann zog ein positives Fazit: «Wir haben ein gutes Spiel gezeigt. Leider hatten wir wieder etwas zu viele technische Fehler, sonst wären noch ein paar Treffer mehr drin gelegen, aber gemessen an unserer aktuellen Verfassung bin ich insbesondere mit der Leistung in der Defensive sehr zufrieden.»