Bremgarten
Glühbirnen aus China kommen nicht infrage

Stadtrat Stefan Achermann widerspricht dem «Christchindlimärt»-Verein: Für die Weihnachtsbeleuchtung sollen keine verbotenen Glühbirnen in China gekauft werden.

Andrea Marthaler
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Anders als in anderen Gemeinden leuchtet die Weihnachtsbeleuchtung in Bremgarten nicht mit Strom sparenden LED-Lampen, ein Wechsel ist auch nicht geplant («Der Sonntag»). Der Verein Christchindlimärt, welchem die Bremgarter Weihnachtsbeleuchtung gehört, ist diese Technologie zu teuer und nicht zufriedenstellend. «Mein Vorrat reicht noch für sechs Jahre – und wenn er aufgebraucht ist, bestelle ich in China nach», liess sich der für die Beleuchtung Verantwortliche Gregor Kaufmann zitieren. Denn die stromfressenden Glühbirnen werden in der Schweiz verboten und schon bald nicht mehr käuflich sein.

Sparmöglichkeit: 3000 Franken jährlich

Der Strom für die Weihnachtsbeleuchtung wird in Bremgarten allerdings nicht vom Verein Christchindlimärt bezahlt, sondern von der Stadt. Auf rund 12000 Kilowattstunden schätzt der zuständige Stadtrat Stefan Achermann den Stromverbrauch der Weihnachtsbeleuchtung. Exakte Zahlen sind keine vorhanden, weil die Beleuchtung über denselben Zähler abgerechnet wird, wie der Stromverbrauch des ganzen Christchindlimärts.

Bei der Weihnachtsbeleuchtung könnten mit einem Wechsel zur LED-Technologie bis zu 95 Prozent des Stroms eingespart werden. «Es würde für uns sicher billiger werden», bestätigt Achermann. Überschlagsmässig zahle die Stadt bis 3500 Franken jährlich. Dennoch befürwortet es Achermann, dass der Verein Christchindlimärt noch alles beim Alten lässt: «Der Vorrat an Glühbirnen soll noch verbraucht werden.» Für danach müsse man sich aber Gedanken machen, wie es weitergeht. «Auf keinen Fall lasse ich es zu, dass Glühbirnen aus China importiert werden», betont Achermann. Er werde mit dem Verein das Gespräch suchen.

Für Achermann ist es aber keine Option, dass die Stadt an neue Glühmittel zahlt. «Die Weihnachtsbeleuchtung war ein Geschenk der Stadt gemeinsam mit dem Handwerker- und Gewerbeverein. Jetzt muss der Verein dafür aufkommen und sich Gedanken machen.»

Stadt will neues Gesamtkonzept

Nicht nur mit der Weihnachtsbeleuchtung beschäftigt sich Achermann derzeit. Der Stadtrat will ein Gesamtkonzept für die öffentliche Beleuchtung erstellen, in dem auch die Weihnachtsbeleuchtung ein Aspekt ist. Die AEW Energie AG sei derzeit daran, Kostenvoranschläge für den Ersatz der Quecksilberdampflampen auf Stadtgebiet einzuholen. Denn in Bremgarten sind von den insgesamt 820 Strassenlampen noch 138 Quecksilberdampflampen. Ab dem Jahr 2015 dürfen diese Stromfresser nicht mehr verkauft werden. Je nach Standort soll stattdessen die LED-Technologie oder Natriumdampflampen zum Zug kommen. Bereits im März, so Achermann, soll der Stadtrat entscheiden.