Wohlen
Gleich fünf Wohler Kirchenpfleger treten zurück

Der katholische Kirchenpflegepräsident Kurt Notter und vier Kirchenpfleger treten zurück.

Jörg Baumann
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Die zurücktretenden Kirchenpflegemitglieder Pietro Vedovato, Präsident Kurt Notter, Madeleine Merki, Angela Cadosch und Daniel Rohrer (von links). BA

Die zurücktretenden Kirchenpflegemitglieder Pietro Vedovato, Präsident Kurt Notter, Madeleine Merki, Angela Cadosch und Daniel Rohrer (von links). BA

Zäsur in der katholischen Kirchgemeinde: Neben dem langjährigen Kirchenpflegepräsidenten Kurt Notter treten per Ende Amtsperiode auch Pietro Vedovato (27 Jahre im Amt), Daniel Rohrer (10 Jahre), Angela Cadosch (9 Jahre) und Madeleine Merki (4 Jahre) aus der Kirchenpflege zurück. Notter gehörte der Kirchenpflege 25 Jahre lang an, davon ein Jahr als Vize- und 13 Jahre als Präsident. Es sei eine spannende, arbeits- und lehrreiche Zeit gewesen, sagte er an der Kirchgemeindeversammlung, die ihn mit Standing Ovations verabschiedete. «In meiner Amtszeit wurden zwei Kirchenrenovationen und die Teilrenovationen des Emanuel-Isler-, des Domherr-Meyer-, des Pfarr- und des Pfarrhelferhauses durchgeführt.» Er habe für seinen Einsatz «ein Mehrfaches» zurückbekommen. Pietro Vedovato nannte die Kirchenpflege gar seine «zweite Heimat».

Chauffeur hat sich gemeldet

Notter teilte mit, dass sich der Lastwagenchauffeur, der letzte Woche die Kirchenmauer stark beschädigte, «etwas spät, aber immerhin doch noch» bei der Kantonspolizei gemeldet habe.

Auf dem falschen Fuss sei die Kirchenpflege erwischt worden, als ihr gemeldet wurde, dass das Flachdach des Domherr-Meyer-Hauses undicht sei. Das Dach musste vollständig erneuert werden. Martin Uhr, Kollege von Notter in der Kirchenpflege, erklärte, der scheidende Kirchenpflegepräsident habe sich unermüdlich für die Kirchenpflege eingesetzt und auch zur reformierten Kirchgemeinde gute Kontakte gepflegt. Notter wurde nach dem unerwarteten Tod des Kirchenpflegepräsidenten Emilio Piffaretti an die Spitze der Kirchenpflege gewählt. Am Wochenende stellen sich also Josef Brunner als Präsident, Ida Koch, Christine Schürmann, Beat Vock und Marco Zavaloni als neue Mitglieder an der Urne zur Wahl.

Der abtretende Kirchenpflegepräsident begrüsste die neue Hilfssakristanin Ruth Müller und die Pastoralassistentin Lara Tedesco. Er gratulierte Pater Georges Töppel zur Goldenen Profess und Silvia Gygli, Mitarbeiterin bei der Fastenwoche, zum 20-Jahr-Dienstjubiläum. Seit 35 Jahren wirkt Karl Kümin als Organist, seit 45 Jahren Cäsar Isler als Lektor, seit 55 Jahren Eleonora Koch als Organistin und seit 62 Jahren Maria Werder als Mitarbeiterin im Paramentenverein. Der ganze Pfarreirat mit dem Präsidenten Beat Vock und den Mitgliedern Rolf Wüst, Edith Breitschmid, Monika Buchs, Dante Carint, Rita Duss, Edith Seiler und Martin Uhr löste sich auf.

Im Rahmen des geplanten Pastoralraums mit den Gemeinden Wohlen, Niederwil, Fischbach-Göslikon, Waltenschwil und neu auch Dottikon und Hägglingen wird die regionale Zusammenarbeit verstärkt und ein neuer Pfarreirat installiert, teilte Pfarrer Kurt Grüter mit. In Prüfung ist auch ein kirchlicher regionaler Sozialdienst. Als neues Mitglied wurde Ursula Hausherr in die Finanzkommission gewählt.

Chappelehof braucht Sanierung

Die Versammlung genehmigte die Kirchenrechnung 2013 und das Budget 2015, in dem die Kirchenpflege einige Posten kürzte, so auch die Beiträge an die humanitäre Hilfe im In- und Ausland, was kritisiert wurde. Kirchenpfleger Eric Roeleven wies darauf hin, dass die Kirchgemeinde finanziell gut dastehe, aber unter dem Druck des sinkenden Steuerertrages sparen müsse.

Der 1965 mit dem Verein St. Leonhard abgeschlossene Baurechtsvertrag für das Kirchgemeindezentrum Chappelehof wurde um 50 Jahre verlängert. Es sei unbestritten, dass der Chappelehof saniert werden müsse, sagte Kirchenpflegepräsident Kurt Notter. Mit der Verlängerung des Vertrages beschliesse die Kirchgemeinde noch kein Bauprojekt. Der Verein St. Leonhard arbeite für die Sanierung einen Businessplan aus, der dann in der Kirchenpflege besprochen werde. Klar sei, dass der Trägerverein viel zu geringe Einnahmen aus den Alterswohnungen, der Kulturbeiz, der Saalmiete und dem Blumenladen generiere, sagte Notter. Daher könne der Verein die Gebäudesanierung sicher nicht allein stemmen. «Wir werden alle Optionen prüfen, bis auf einen Zustand auf der grünen Wiese», erklärte er. «Wir müssten den Chappelehof auch erdbebensicher machen. Das allein kostet vier Millionen Franken.» Karl Gretler wollte den Baurechtsvertrag nur um drei Jahre verlängern lassen, zog aber schliesslich seinen Antrag zurück.

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