Merenschwand
Glas und Beton für ein markantes Gemeindehaus

Ein Neubau wird das Dorfzentrum mit Hirschen-Kreisel prägen. Das Siegerprojekt von Imhof Nyffeler Architekten mit Joos & Mathys Architekten ETH SIA BSA, Zürich, hat die Jury überzeugt.

Eddy Schambron
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Viel Interesse für die Ausstellung der verschiedenen Projekte, hier das Siegerprojekt von Imhof Nyffeler Architekten mit Joos&Mathys Architekten ETH SIA BSA, Zürich, das nun weiterverfolgt wird. ES

Viel Interesse für die Ausstellung der verschiedenen Projekte, hier das Siegerprojekt von Imhof Nyffeler Architekten mit Joos&Mathys Architekten ETH SIA BSA, Zürich, das nun weiterverfolgt wird. ES

Das Siegerprojekt von Imhof Nyffeler Architekten mit Joos & Mathys Architekten ETH SIA BSA, Zürich, im Wettbewerb für ein neues Gemeindehaus Merenschwand überzeugt unter anderem mit der Gestaltung, die sich bewusst von den bäuerlichen Hausformen absetzt und sich auf die Typologie der öffentlichen Bauten aus dem 19. Jahrhundert bezieht. Zu diesem Schluss kommt das Beurteilungsgremium, das acht sehr unterschiedliche Vorschläge von Architekturbüros zu bewerten hatte. Als nachteilig wird allerdings die grosse Fensterverglasung erachtet, bei der sich die Nutzer aus der Sicht von aussen beobachtet und eingeschränkt fühlen können. Diesem Thema müsse man sich sicher noch widmen, erklärte Marion Steiger an der Projektpräsentation. Steiger Architekten, Baden, hatten den Wettbewerb fachlich begleitet.

Zentraler Platz

Gemeindeammann Karl Suter rief in Erinnerung, dass die von der Gemeindeverwaltung Merenschwand genutzten Räumlichkeiten an der Kanzleistrasse 8 und an der Rütistrasse 9 nicht mehr den Anforderungen genügen. 2010 bewilligte der Souverän einen Kredit für die Durchführung eines Projektwettbewerbes für ein neues Gemeindehaus auf den Parzellen 265 und 270, die im Besitz der Gemeinde sind. Das ist «kein einfacher Ort», wie Architektin Steiger ausführte. Sie betonte deshalb, dass bei der Planung auch Denkmalschutz und Ortsbildpflege sowie Vertreter der Verkehrsplanung im Zusammenhang mit dem neuen Kreisel Hirschen einbezogen wurden. Die Wettbewerbsteilnehmer hatten die Aufgabe, das gesamte, spezielle Umfeld in ihre Überlegungen einzubeziehen.

Mit Dorfplatz

Die Lösungsansätze waren sehr unterschiedlich. Zwei Architekten bezogen beispielsweise das Gebäude der ehemaligen, inzwischen abgebrannten Bäckerei Müller, das unter Volumenschutz stand, in ein neues Gesamtbauwerk mit ein. Nicht so das Siegerprojekt. Es schafft zwischen dem neuen Gemeindehaus und dem Haus Müller einen «gut dimensionierten gefassten Dorfplatz, welcher leer belassen und für unterschiedliche Anlässe genutzt werden kann», wie die Jury festhält. Das Gemeindehaus selber setzt sich konstruktiv
aus einem äusseren Betonskelett und im Inneren aus einem Skelettbau aus massiven verleimten Holzstützen und Balken zusammen. Die Raumtrennungen erfolgen im Innenausbau und werden mit möbelartigen Trennelementen oder räumlichen Abschlüssen in Glas unterteilt. «Der statische Aufbau und der Umgang sowie die Verarbeitung der eingesetzten Materialien an der Aussenhaut als auch im Innern überzeugen und weisen auf eine sorgfältige und gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema eines Gemeindehauses in Merenschwand hin.»

Auch Gemeindeammann Karl Suter ist überzeugt, mit dem Siegerprojekt den richtigen Weg zu verfolgen. Das 15-köpfige Beurteilungsgremium mit vier Mitgliedern aus der Gemeinde, vier Architekten sowie sieben unterschiedlichen Fachleuten hätte sich intensiv mit den Vorschlägen auseinandergesetzt. An der Sommergemeindeversammlung will der Gemeinderat einen Planungskredit in der Grössenordnung von 200000 bis 300000 Franken bewilligen lassen. Später wird dann das Bauprojekt mit einem entsprechenden Baukredit vor das Volk kommen.