Nicht zum ersten Mal ist der Oberwiler Dorfbach stark verunreinigt. Fachleute des Aargauer Gewässerschutzes, der Kantonspolizei, des Gemeinderates und des Fischenzpächters haben nun die Ermittlungen aufgenommen. Die Ursache ist noch nicht geklärt, doch bestehen Anzeichen, dass wahrscheinlich wieder Siloabwässer über eine Leitung in den Dorfbach eingeleitet worden sind. Die Abklärungen laufen noch.

«Katastrophale Folgen»

Friederich Zimmermann vom Aargauer Gewässerschutz und der Fischenzpächter, die noch am Neujahrstag nach den Ursachen gesucht haben, sprechen von katastrophalen Folgen für Fische und Pflanzen. Vor allem auch im Flachsee, in den die Reuss samt des Bachwassers mündet, sind die Folgeschäden nicht einschätzbar. Denn durch den Abbau solch hochkonzentrierter organischer Inhaltstoffe wird der in solchen Gewässern enthaltene Sauerstoff schnell und unter Umständen vollständig aufgezehrt. Die Folge der Sauerstoffarmut sind das Sterben von Fischen und Kleinlebewesen sowie stinkende Fäulnisvorgänge im Gewässer.

Vorsätzliche Verschmutzung

Der niedergeschlagene Fischenzpächter Hansueli Scheidegger aus Widen ärgert sich sehr über diese neuerliche Gewässerverschmutzung: «Die unappetitliche Kloake macht die Träume einer ökologischen und fischereibiologischen Aufwertung des Dorfbaches für Jahre zunichte.» Die Verschmutzung im Dorfbach ist jedoch nicht die erste. «Es gibt Leute, die ihren Dreck regelmässig und vorsätzlich in die Bäche leiten.»

Polizei benachrichtigen

Der Gemeinderat Oberwil-Lieli bittet die Bevölkerung, sich an die Polizei zu wenden, falls Verschmutzungen im Bach oder gar tote Fische entdeckt werden. Dort werden auch Hinweise zur Verschmutzung an Neujahr gesammelt.

Wie bei allen Gewässerverschmutzungen droht dem Umweltsünder eine Strafverfolgung. Zusätzlich muss der Verursacher der Gewässerverschmutzung die Kosten für die Behebung der angerichteten Schäden und für die Ermittlungen und Untersuchungen übernehmen. (az)