Wohlen
Gibt es in Wohlen bereits ab 1. Januar eine Grüngutgebühr?

Dreimal hat das Wohler Stimmvolk die Einführung von Grüngut- und Recyclinggebühren schon abgelehnt. Nun nimmt der Gemeinderat einen vierten Anlauf und schlägt Grundgebühr von 80 Franken pro Haushalt und eine höhere Sackgebühr vor.

Fabian Hägler
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Peter Eberhart, Leiter Fachstelle Umwelt (links) und Gemeinderat Ruedi Donat mit einem Grüncontainer des Gemeindehauses.

Peter Eberhart, Leiter Fachstelle Umwelt (links) und Gemeinderat Ruedi Donat mit einem Grüncontainer des Gemeindehauses.

fh

1996, 2004 und 2008 gab es an der Urne ein klares Nein, obwohl der Einwohnerrat zuvor deutlich Ja gesagt hatte. Nun nimmt der Gemeinderat einen vierten Anlauf: Bereits auf den 1. Januar 2013 soll ein neues System in Kraft treten. «Wir beantragen ein Modell, über das in Wohlen bisher noch nie abgestimmt wurde», hielt Gemeindeammann Walter Dubler an einer Pressekonferenz fest. Vorgesehen sind eine Grundgebühr von 80 Franken pro Haushalt oder Gewerbe-/Industriebetrieb und eine Erhöhung der Kehrichtsackpreise um 30 Prozent. «Das Modell ist einfach, rasch umsetzbar und bringt wenig administrativen Aufwand mit sich», erklärte Dubler.

Gemeinde missachtet Gesetze

Ruedi Donat, im Gemeinderat für das Ressort Natur und Umwelt verantwortlich, ergänzte: «Der Kanton schreibt ein Abfallreglement mit verursachergerechten Gebühren vor.» Die Frist für die Einführung sei am 31. Dezember abgelaufen. «Seit dem 1. Januar dieses Jahres missachtet Wohlen somit die gesetzlichen Vorgaben», sagte Donat. Noch immer werden die Kosten für Grüngutentsorgung und Recyclinggebühren - im vergangenen Jahr 827 000 Franken - mit Steuergeldern gedeckt. Die vorgesehene Anpassung des Abfallreglements soll dies ändern. «Die Grundgebühr von 80 Franken pro Haushalt oder Betrieb ist tragbar, die Erhöhung der Kehrichtsackpreise angemessen», sagte Donat.

Finanzvorsteher Matthias Jauslin sagte, der Gemeinderat habe mehrfach angetönt, dass Wohlen ein Einnahmenproblem habe. «Mit der Einführung der neuen Gebühr wird das Budget massiv entlastet», betonte er. Jauslin rechnete vor, dass die Ausgaben für Grüngut und Recycling derzeit gut 2,5 Steuerprozenten entsprächen. «Wir sind aber darauf angewiesen, dass der Einwohnerrat mitzieht und wir die Vorlage durchbringen.