Nicht nur die Leitungen unter den Strassen, auch die Strassen selbst sollen in Bremgartens Unterstadt saniert werden. Über seine diesbezüglichen Pläne informierte der Stadtrat sowohl An- wie Einwohner bereits im Vorfeld. Aus der Unterstadt soll eine barrierefreie Begegnungszone werden, mit etwas mehr Grün auf dem Kornhausplatz und etwas weniger und teilweise neu angeordneten Parkplätzen für die Anstösser.

Das stiess dem ehemaligen Unterstadt-Gewerbler und heutigen Vermieter, Alois Stutz, sauer auf (die AZ berichtete). Die sechs geplanten Bäume auf dem Kornhausplatz raubten den Wohnungen dahinter das Licht, und ohne Parkplätze beim Geschäft hätten die Gewerbetreibenden in der Unterstadt das Nachsehen.

Stadtammann Raymond Tellenbach nahm diese Anliegen ernst und lud die Betroffenen an der Gemeindeversammlung vom 14. Juni dazu ein, sich mit ihren Anliegen in die laufende Planung einzubringen. «Nach der Versammlung haben sich nur zwei Anwohner bei mir gemeldet», berichtet der ressortverantwortliche Stadtrat, Daniel Sommerhalder. «Herr Stutz kam nicht und auch sonst niemand vom Gewerbe. Ich habe dann ihn angerufen und auch noch Silvano de Matteis, der das Cafferino am Kornhausplatz betreibt. Ich wollte, dass gleich viele Vertreter des Gewerbes und der Anwohner zur Sitzung mit mir und dem Projektleiter, Stefano Righetti, kommen konnten. Ich machte eine Doodleumfrage, und so fand am 13. August die gemeinsame Sitzung statt.

Fünf gegen einen

In dieser Sitzung fühlte sich Alois Stutz sehr einsam, denn die übrigen fünf Teilnehmer befürworteten die bisherige Arbeit der Planer. «Kein Wunder», so Stutz, «denn das Café hat jetzt noch zwei Parkplätze dazu bekommen. Dabei bräuchte das übrige Gewerbe doch unbedingt mehr Plätze.» Das bestätigen auf Anfrage auch Hugo Hufschmid (Fischereibedarf), René Linder (Digital Image Lab) und Daniela Wyss (Coiffure Fön-X). Doch aktiv werden wollen sie in dieser Sache nicht. «Natürlich finden wir das nicht lässig», sagt Daniela Wyss, «aber jetzt lassen wir es halt mal so laufen.»

«Wir sind Alois Stutz sehr entgegengekommen in seinen Anliegen», erklärt Stefano Righetti. «Es werden nur noch vier anstatt sieben Parkplätze aufgehoben. Auf dem Kornhausplatz pflanzen wir nur vier anstatt sechs neue Bäume. Der Heimatschutz verlangte da eigentlich Winterlinden, aber wir suchen jetzt Bäume, die weniger hoch und auch langsamer wachsen.» Die Planung für die Unterstadt ist noch nicht abgeschlossen. In zwei bis drei Wochen soll sie so weit seit, dass man die Pläne öffentlich auflegen kann. Ohne Einsprachen könnte es nachher losgehen.