Guggenmusiken aus der Region und einige teils von weit her angereiste Gastguggen haben Sins für kurze Zeit zünftig in Beschlag genommen. Das anfänglich spärliche Publikum auf dem Schulgelände nahm stetig zu und mit ihm auch die heitere Stimmung.

Der anschliessende Jubiläums-Maskenball zum 25-jährigen Bestehen der Guggenmusik Väntilwörger stand ganz im Zeichen von «Rockabilly».

Den Rhythmus im Blut

Unter rhythmisch schmetternden Pauken- und Trommelschlägen traten die fünf geladenen Guggenmusiken, darunter die Sinser Rüsstalschränzer und die Oberrüter Rütifäger, auf die Bühne. Nach den Anweisungen ihrer Tambourmajors gaben sie bekannte Hits, Evergreens und Ohrwürmer wie Pepe Lienhards «Swiss Lady» zum Besten, teils in originellen Arrangements.

Die zwischen 20 und 50 Mitglieder starken Korps präsentierten auch topaktuelle Fasnachtsmode in grellbunter Farbe bis hin zu Mausgrau. Wer glaubt, man schneidere für die Narrentage nur mit Stoff, befindet sich auf dem Holzweg. Fell und Kunstfell, Leder, Plastik sowie allerlei schillernde Halbtextilien waren ebenfalls verarbeitet worden und verliehen jedem Kostüm Einzigartigkeit.

Vom Hals aufwärts waren zudem farbenfrohe, aufwendige Airbrush-Kunstwerke zu begutachten. Witzige Mützen und elektrisch leuchtende Trommelstöcke sowie das eine oder andere auf die Pauke gebundene Maskottchen bildeten das optische i-Tüpfelchen des Gesamtbilds.

Vor allem aber musste es selbstverständlich tönen, schmettern und röhren, was das Zeug hielt, um dem Winter gehörig den Marsch zu blasen.

Es lebe der Rock’n Roll

Derweil traf auf dem Festgelände eine bunte Palette hübsch getupfter Petticoats in allen Längen und Ausführungen ein, in denen die weibliche Dorfjugend aus Sins und Umgebung steckte. Adrett gekleidete Jungs mit polierten Lackschuhen und wahlweise klebriger Gel- oder luftiger Elvis-Föhnfrisur bildeten die adäquate Begleitung.

Recht rasch suchten die jungen Leute Unterschlupf in den geheizten und fantastisch dekorierten Räumen, wo die Zeit in den «Golden Sixties» stehen geblieben zu sein schien: Gitarren, Schallplatten, Oldtimer-Zweiräder, eine veritable Eisdiele und eine überdimensionale Jukebox bildeten die passende Kulisse einer feucht-fröhlichen, rockigen Maskenballnacht.