Die Abgabe einer solchen Menge innerhalb von zwei Monaten «entspricht nicht mehr den anerkannten Regeln der medizinischen Wissenschaft», erläutert des Bezirksgericht Bremgarten am Dienstag in einer Mitteilung. In diesem Zusammenhang sei von Gerichtspräsidentin Isabelle Wipf ein medizinisches Gutachten eingeholt worden.

Ausserdem sei Ingo Malm auch schuldig gesprochen worden, «weil diese Suchtbehandlung ohne die bundesrechtlich vorgeschriebene und vom Kanton zu erteilende Bewilligung durchgeführt wurde».
Weiter warf die Staatsanwaltschaft Malm die illegale Abgabe von 9200 Ritalintabletten und Heilmitteln vor, welche unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. In diesem Punkt wurde der Angeklagte freigesprochen, weil unklar geblieben sei, «an wen und in welchem Behandlungskontext die allfällige Medikamentenabgabe stattgefunden hat».

Malm: «Klar rechtswidrig»

Bevor das Gericht sein Verdikt verschickt, lag bereits Malms Reaktion vor.  In einer Faxnachricht bezeichnet er den Entscheid, der noch nicht rechtskräftig ist, als «klar rechtswidrig». Aus seiner Sicht ist es ein «Unding», dass Gerichtspräsidentin Wipf ein Urteil gefällt hat, obwohl beim Bundesgericht eine Beschwerde wegen Befangenheit hängig sei.

Weiter hält Malm fest: «Es ist selbstverständlich, dass gegen das Urteil ein Rechtsmittel eingelegt wird.» Malm ist der Ansicht, dass bei einem Erfolg vor Bundesgericht das Urteil «komplett hinfällig ist und beim Bezirksgericht mit anderer Besetzung neu verhandelt werden müsste.»

Laut der Mitteilung des Bezirksgerichts Bremgarten sieht die Rechtslage jedoch anders aus. Trotz Malms Beschwerde beim Bundesgericht dürften Gerichtspräsidentin Isabelle Wipf und die zuständige Gerichtsschreiberin «ihr Amt bis zur rechtskräftigen Erledigung des Ausstandsbegehrens weiter ausüben».