Beinwil
Genossenschafter bauen Müsliweid-Alphütte

Mit viel Aufwand fand die Alpgenossenschaft neue Genossenschafter und damit das notwendige Geld.

Eddy Schambron
Merken
Drucken
Teilen
Jetzt wird gebaut: Kurt Schaufelberger, Swissprojekt AG (Projektverfasser); Markus Gutknecht, Swissprojekt AG (Bauleitung); Stefan Baumann, Koch AG (Projektleiter); Martin Brun, Älpler; Josef Sachs, Alpgenossenschaft Aktuar; Felix Weber, Alpgenossenschaft, Präsident (von links nach rechts).

Jetzt wird gebaut: Kurt Schaufelberger, Swissprojekt AG (Projektverfasser); Markus Gutknecht, Swissprojekt AG (Bauleitung); Stefan Baumann, Koch AG (Projektleiter); Martin Brun, Älpler; Josef Sachs, Alpgenossenschaft Aktuar; Felix Weber, Alpgenossenschaft, Präsident (von links nach rechts).

Zur Verfügung gestellt

Es ist geschafft: Die Beinwiler Alpgenossenschaft Müsliweid hat mit dem Neubau des Wohnhauses auf dem Gemeindegebiet von Schwyz begonnen. «Es war eine richtige Herkulesaufgabe, die Finanzierung für unser Projekt auf die Beine zu stellen,» stellt Felix Weber, Präsident der Alpgenossenschaft fest.

Die Beinwiler verbindet eine lange Beziehung mit der Alp Müsliweid, welche auf einer Höhe von 1359 Metern über Meer, zwischen der Rotenflue im Westen und der Ibergeregg im Osten auf dem Gemeindegebiet von Schwyz, liegt. Im 2013 stand die Alpgenossenschaft vor einer schwierigen Entscheidung. Die Alphütte rutscht nämlich langsam aber sicher ab, eine Sanierung lohnt sich nicht. Ein geologischer Untersuchungsbericht riet auch dringend von einem Neubau am aktuellen Standort ab. Er hielt aber fest, dass der in Aussicht genommene Standort für einen Ersatzneubau günstig liegt. Doch woher das Geld für einen Neubau hernehmen?

21 neue Genossenschafter

Neben den bisherigen zehn Genossenschaftern konnten jetzt weitere 21 neue Genossenschafter für das Bauprojekt begeistert werden. Mit ihrem Kauf von Anteilscheinen konnte die Restfinanzierung durch ein privates Darlehen, einen zinslosen Investitionskredit der Aargauischen Landwirtschaftlichen Kreditkasse (ALK) sowie einem Beitrag der Schweizerischen Berghilfe sichergestellt werden. Bis anfangs Winter sollte die Gebäudehülle und ein Teil des Innenausbaus fertiggestellt sein, sodass im kommenden Frühling und Sommer das Haus noch ganz vollendet werden kann. Der Ersatzbau ist mit rund einer Million Franken veranschlagt. «Zusammen mit unserem Älpler Martin Brun freuen wir uns schon jetzt auf unser neues Alphaus», sagt Weber. «In einer tollen Berglandschaft, abseits der Alltagshektik gemeinsam ein paar schöne Stunden oder Tage geniessen, soll unser Lohn für das grosse Engagement werden.» Von Anfang an war klar, dass das neue Alphaus einerseits dem Älpler Unterkunft bieten soll, andererseits aber auch wie bisher touristisch genutzt werden soll.

Müsliweid: 70 Rinder

Die damalige Viehzuchtgenossenschaft Beinwil kaufte die Alp Müsliweid 1918. Das relativ stattliche Haus diente schon früher nicht nur dem Älpler als Unterkunft, sondern wurde jeweils an die SAC-Sektion Rossberg vermietet. Seit 1994 ist in der Hütte die Skiriege Beinwil zur Miete, die einst aus dem Turnverein Beinwil hervorgegangen ist.

Während früher die Viehzuchtgenossenschaft und spätere Alpgenossenschaft Beinwil jeweils einen eigenen Älpler für die durchschnittlich 70 Rinder anstellte, suchte man später die Zusammenarbeit mit der Schwyzer Oberallmendkorporation, deren Älpler auch die Tiere auf der Müsliweid betreut. Im Laufe der Jahre wurde am Alphaus immer wieder renoviert. Als 1990 ein Föhnsturm die Scheune stark beschädigte, wurde sie in Fronarbeit und mit grosser Eigenleistung wieder aufgebaut.