Hat es die Erfindung überhaupt in die Produktion gebracht? Wenn ja, war sie erfolgreich oder ein Flop? Und wer war der Ingenieur Lorenz Hofele aus Muri, der 1947 seinen Schlitten mit Rädern zum Patent angemeldet hat? Die Fragen bleiben ohne Antwort.

Sicher ist nur: Der Mann hat sein Gesuch am 3. Januar 1947, 6 Uhr, eingereicht und das Patent wurde am 31. März 1947 eingetragen. So steht es in der Patentschrift des Eidgenössischen Amtes für Geistiges Eigentum. Der Schlitten wird als «Fahrzeug, das durch elastische Verbiegung von Fahrzeugteilen gesteuert wird», beschrieben.

Man muss wohl Ingenieur oder zumindest Techniker sein, um aus der Beschreibung in der Patentschrift schlau zu werden. Alles liest sich ziemlich kompliziert und unübersichtlich über ein Fahrzeug, das «in der Hauptsache als Schlitten gedacht» ist, aber eben auch mit Rädern ausgerüstet werden kann.

Der Erfinder ist allerdings der Ansicht, dass «die Einfachheit der dargestellten Konstruktion» gegenüber dem bisher Bekannten «eine leichtere, billigere, beziehungsweise auch leicht zerlegbare Ausführung» gestattet. «Ausserdem ergeben sich folgende Vorteile: Es können engere Kurven gefahren werden als mit bekannten biegsamen Kufen.»

Kufen, Ski und Räder

Andere Vorzüge leuchten schnell ein. So sind «für Verwendung des Schlittens im Gelände, beziehungsweise auf weicher Bahn» zur Vermeidung des tiefen Einsinkens «Laufflächenelemente von Skibreite neben den Kufen vorgesehen».

Diese seien «miteinander gelenkig verbunden, sodass sie sich mit den Kufen mitkrümmen», hält Hofele fest. «Durch zusätzliche Gleitflächenelemente von Skibreite ist der Schlitten auch im Gelände lenkbar verwendbar, sodass Abfahrten wie mit Skiern gemacht werden können.»

Noch genialer: Es braucht gar keinen Schnee, wenn man Räder montiert. «Die Räder können mitsamt den Achsen abnehmbar oder mithilfe exzentrischer Achsenlagerung über oder unter Kufenhöhe verstellbar sein, um das Fahrzeug wahlweise auf den Rädern oder auf den Kufen laufen zu lassen.»

Es könnten mehr als vier Räder Verwendung finden, und sie könnten «je nach Verwendungszweck unter den Kufen (abnehmbar) oder neben der Kufenebene innerhalb oder ausserhalb der Kufen vorgesehen sein.»

Schlitten mit Rädern gibt es heute, aber andere Modelle, als von Hofele patentiert: Es sind Schlitten zum Ziehen von Kleinkindern, die mit Rädern auch auf geräumten Wegen eingesetzt werden können. Beim Schlitteln sind die Räder unter dem Sitz verstaut.