Sarmenstorf

Generationenwechsel in der Organisation des Nicoletti-Cups – wo schon Embolo und Okafor mitspielten

Vielleicht die Stars von morgen: Schnappschuss vom Final der E-Junioren am 20. Nicoletti-Cup 2018. zvg

Vielleicht die Stars von morgen: Schnappschuss vom Final der E-Junioren am 20. Nicoletti-Cup 2018. zvg

«Mein Vater hat schon immer gesagt: ‹Du musst die Kleinen fördern. Erst wenn die Kleinen besser werden, haben wir weniger Probleme auf der Welt. Fussball ist bestens geeignet, diesen Grundsatz meines Vaters umzusetzen, weil er nach Gemeinsamkeit verlangt.» – Das sagte der Wohler Gipsermeister Pasquale Nicoletti 2006 über das Nachwuchs-Turnier in Sarmenstorf, das seit 1998 jährlich stattfindet und dem er als Hauptsponsor seinen Namen gegeben hat.

Der Nicoletti-Cup gilt heute als eines der attraktivsten Nachwuchsturniere im deutschsprachigen Raum. Am 15./16. Juni werden auf dem Sportplatz Bühlmoos in Sarmenstorf erneut je 32 Junioren E- und F-Teams aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien, Holland und Mazedonien mit insgesamt rund 700 Spielern erwartet. Darunter Junioren aus Vereinen mit klingenden Namen wie AC Milan, Inter Mailand, Stuttgarter Kickers, Sion, St. Gallen, Servette, GC, Thun oder FC Aarau. Der niederländische FC Groningen kommt mit 20 Junioren gar für vier Tage nach Sarmenstorf. Die Spieler bestreiten am Tag vor dem Nicoletti-Cup noch ein Entscheidungsturnier gegen die deutschen Teams Ulm und Reutlingen.

Nachfolger am Zug

Dass sich Nachwuchsförderung auszahlt, zeigt sich am Beispiel des FC Sarmenstorf: Von den 23 Kaderspielern der 1. Mannschaft stammen 17 aus den eigenen Reihen. Die meisten von ihnen haben bereits ihre ganze Fussballerkarriere im heimischen Verein absolviert und engagieren sich für den Club nicht nur auf dem Rasen, sondern auch im administrativen Bereich.

So hat im Hinblick auf den 21. Nicoletti-Cup eine Wachabslösung stattgefunden. Mit Kusi Wyss, Luca Baldelli, Yannick Moser, Roland Isliker, Marco Hostettler und Marius Probst bilden aktive und ehemalige Stammspieler der 1. Mannschaft die neue Turnierkommission. «Wir haben alle schon an diesem Turnier mitgespielt. Uns imponiert bis heute, was da abgeht. Es liegt uns viel daran, dass der Nicoletti-Cup weiterhin stattfindet. Unser Engagement ist vor allem auch eine Herzensangelegenheit», sagt Kusi Wyss. Hubert Moser, der Mitglied jener Gruppe gewesen ist, die in praktisch unveränderter Besetzung den Nicoletti-Cup 20 Jahre lang organisiert hat, fügt hinzu: «Ich bin froh und stolz, dass wir die Leitung des Turniers in so gute Hände übergeben konnten. Dieses junge Team führt unsere Arbeit mit Begeisterung und Leidenschaft weiter.»

Konzept weitgehend gleich

Das neue Team hält sich weitgehend an das bewährte Konzept der Vorgänger. Änderungen gibt es jedoch im Auftritt nach aussen. Der Nicoletti-Cup ist vermehrt in den sozialen Medien, präsent und kommuniziert über Facebook, Instagram und Youtube. In Zusammenarbeit mit einer spezialisierten Firma werden am Turnier Film- und Fotoaufnahmen gemacht, von den Finalspielen am Sonntag gibt es sogar Livestreams auf Facebook und Youtube. Den Stellenwert des Nicoletti-Cups unterstreicht weiter auch das Engagement von Puma. Das Unternehmen stellt im Rahmen seiner Grassroots-Tour, mit der es international an Juniorenturnieren unterwegs ist, seine Skill-Arena auch im Sarmenstorfer Bühlmoos auf. Beliebt ist der Nicoletti-Cup vor allem auch, weil die Teams bei mässigem Erfolg nicht schon nach zwei Spielen wieder nach Hause fahren müssen, sondern alle mindestens sechs Spiele bestreiten können.

Klingende Namen waren dabei

Diesen bewährten Spielmodus will auch das neue Team beibehalten. Und dafür allenfalls noch mehr renommierte Clubs begeistern: «Ein paar Nachwuchsteams von Bundesliegavereinen auf das Bühlmoos zu holen, das wäre bestimmt eine tolle Sache», sagt Kusi Wyss dazu. Die Region wolle man deshalb jedoch auf keinen Fall vernachlässigen: «Wir wissen alle, wie toll es ist, auch einmal gegen ‹grosse Namen› antreten zu können. Das möchten wir unserem Nachwuchs auch die nächsten Jahre ermöglichen. So, wie es uns ermöglicht worden ist.»

Übrigens: Am Nicoletti-Cup waren schon Junioren vertreten, die heute in aller Munde sind. 2008 beispielsweise war der heutige Schweizer Nati-Spieler und Schalke-Stürmer mit kenianischen Wurzeln, Breel Embolo, mit dabei. Embolo spielte damals noch beim BSC Old Boys Basel. 2011 ist Noah Okafor mit den Junioren des FC Basel auf dem Bühlmoos eingelaufen. Der schweizerisch-nigerianische Spieler gehört in Basel seit 2018 zur Stammelf und ist U-18-Nationalspieler.

Weitere Infos www.nicoletti-cup.ch.

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Autor

Toni Widmer

Toni Widmer

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