Sarmenstorf

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Sarmenstorf, Arnoltdorff, Sarmansdorf, Sarmannesdorf, Sarmanstorf, Sarmarstorph, Sarmandorf,  Sarmannestorf, Sarmenstorff,  Sarmanzdorf, Sarmensdorf

Sarmenstorf ist eine Bildung aus dem ahd. Personennamen Saraman oder Saramar und dem Gattungswort dorf. Das zweite Glied des Personennamens (man oder mar) kann nicht eindeutig bestimmt werden, da in den ältesten Belegen die beiden Formen abwechseln. Erst seit Ende des 13. Jh. gewinnt die Form -men gegenüber -man die Oberhand. Auszugehen ist von einer ahd. Grundform *Saramannesdorf/Saramaresdorf «Dorf des Saraman/Saramar».

Dorf (ahd dorf «Weiler, Dorf, Hof, Gut, Landgut, Stadtviertel») weist auf geschlossene Dorfsiedlungen im Gegensatz zu Einzelsiedlungen hin.

Sins

1. Erwähnung: 1236

Nennungen: Sins, Sindes, Sinnes, Synz, Syns, Sinz

Eine frühere Deutung von Hubschmid (1934) verglich den Namen Sins mit demjenigen von Sent (GR), den er zu einer hypothetischen Form *sena «Saatfeld», ursprünglich «Brachfeld», eigentlich «die alte Flur» stellt, die sich aus keltisch senos «alt» entwickelt haben soll. Die Wortentwicklungsreihe, die er anführt, nennt Kristol «völlig unmotiviert» und «abenteuerlich», am Ende lehnt selbst Hubschmid seine eigene Deutung ab.

Viel eher sei hier Zehnder zu glauben, der Sins vom keltischen *sento- «Pfad, Weg» herleitet, das er über eine romanische Form *sentias «bei den Wegen» zu Sins entwickelt sieht. Das keltische sento- ist urverwandt mit dem ahd. Gattungswort sind, mhd. sint «Weg, Gang, Fahrt, Steg». Die deutsche Form kann jedoch das auslautende -s des Ortsnamens nicht erklären, weshalb Zehnder von einer vordeutschen Namenbildung ausgeht. Spuren von eisenzeitlicher und römischer Besiedlung in Sins können diese Deutung stützen.

Tägerig

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Tegrank, Tegeranc, Tegerane, Tegerang, Taegre, Tegre, Tegrach, Taegery, Tägeri

Tägerig ist eine Bildung aus dem ahd. Adjektiv *tëgar «gross, umfangreich» und dem ahd. Gattungswort wang, mhd. wanc «sanft geneigte Wiese, Aue, Halde, Feld, Ebene, Land», eigentlich «Krümmung, Bodensenke». Auszu gehen ist von einer ahd. Grundform *tëgar-wanc «grosser Abhang». In zahlreichen Deutschschweizer Ortsnamen wurde das ahd. Grundwort wang offenbar nicht mehr verstanden; das Suffix wurde deshalb an andere Ortsnamenendungen angeglichen. So erscheint der Name bereits im Erstbeleg Tegrank in entstellter Form. Bei der heutigen Namenform auf -ig dürfte es sich um eine Analogiebildung zu Lupfig handeln, bei dem sich der Auslaut auf -g gehalten hat.

Uezwil

1. Erwähnung: 1217-1222

Nennungen: Juezewile, Uotzwile, Vetzwile, Vtzwil

Der Name Uezwil ist eine Bildung aus dem ahd. Personennamen Uozo und der Ortsnamenendung -wilari. Als Grundform ist ahd. *Uozinwilari «Hofsiedlung des Uozo» anzusetzen.

Unterlunkhofen

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Nidrenlunkof, Niedern Lunkuft, Nidrunlunkoft, Nidernlunkoft, Niderlunckhoffen

Die Herkunft der Ortsnamen von Ober- und Unterlunkhofen sind leider nicht vollständig geklärt. Sicher ist einzig, dass es sich um Namen voralemannischer Herkunft handle. Es gibt verschiedene Deutungsansätze, die jedoch scheinbar alle wenig überzeugend sind (siehe Oberlunkhofen, AZ von gestern 7. September).

Villmergen

1. Erwähnung: 1185

Nennungen: Filmaringen, Filmeringen, Vilmaringen, Vilmeringen, Vilmeringin, Vilmaeringin, Vilmaring, Filmeringen, Villmergen

Villmergen ist eine Bildung aus dem zweigliedrigen ahd. Personennamen Filomar, Filimar, Filmar und der Ortsnamenendung -ingun. Der Name bedeutet «bei den (Gefolgs-)Leuten, der Sippe des Filomar, Filimar, Filmar».

Waltenschwil

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Waltos[wil], Walteswile, Waltiswil, Walteswil, Waltoswile, Waltesschwyl, Waltiswile, Walterswile, Waltaswile, Walterswile

Die verfügbaren Belege für Waltenschwil lassen keine völlig sichere Deutung des Namens zu. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Bildung aus dem ahd. Personennamen Waldolf oder Waltolt und der Ortsnamenendung  -wiler. Als ahd. Grundform ist *Waldolfeswilari/*Waldolteswilari «beim Gehöft des Waldolf oder Waltolt» anzunehmen.

Die anderen Deutungsvorschläge, die den Ortsnamen auf die Personennamen Walthari oder *Waltin zurückführen, seien hingegen nicht überzeugend.

Widen

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Wida, Widun, Widon, Nidren Widen, Widen

Widen ist ein ursprünglicher Flurname, der sekundär von den Alemannen zum Ortsnamen gemacht worden ist. Der Name geht zurück auf das ahd.  Gattungswort wida, mhd. wid(e) «Weide, Weidenrute». Als ursprüngliche Grundform ist ahd. *(ze) widun «bei der  Weide» oder *(ze) widon «bei den Weiden» anzusetzen. Die historischen Belege erlauben es nicht, einer Herleitung vom Singular oder vom Plural den Vorzug zu geben.

Wohlen

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Wole, Vuolon, Wolon, Wolun, Wolhovin, Wollon, Wolan, Bolon, Woly

Wohlen ist einer von zahlreichen Walen- bzw. Walchen-Namen in der Schweiz. Diese bezeichnen entweder einen keltischen Völkernamen (germanisch *walhos, ahd. wal(a)h, lateinisch Volcae). Das Wort wurde von den Germanen generell zur Bezeichnung ihrer fremdsprachigen Nachbarn, Kelten oder Romanen, verwendet; bei den Alemannen war es die Bezeichnung für ihre romanischsprachigen Vorsiedler und Nachbarn im Westen, Süden und Osten. Walh wird aber häufig auch als Personennamen ohne ethnische Aussagekraft verwendet. In einst sprachgrenznahen Gebieten kann deshalb oft kaum entschieden werden, ob ein Walh-Name auf eine ursprünglich romanischsprachige Bevölkerung hinweist oder ob es sich um eine Bildung mit dem Personennamen handelt.

Aus verschiedenen Gründen kann für Wohlen im Freiamt eine Bildung mit dem Völkernamen aber favorisiert werden. Einerseits handelt es sich um eine Form, die auf eine Bewohnergruppe, hier die Walchen, verweist. Personennamen tauchen in der Ortsnamengebung eher selten in dieser Form auf. Andererseits wurden in Wohlen zahlreiche antike Funde gemacht (zum Beispiel die Reste eines römischen Gehöfts oder Ökonomiegebäudes im Häslerhau).

Wohlen geht also zurück auf die ahd. Grundform *(ze) Walhun «bei den Walchen, Romanen». Der Name gibt einen Hinweis auf eine Siedlung, die wohl länger als ihr Umland romanischsprachig geblieben ist.

Die Variante, dass der Ortsname auf das «spätgallische» Gattungswort *waulo-, *waulon(o), oder älter *walo-, *walon(o) «Gehege» zurückzuführen sei, wird in der modernen Literatur aus inhaltlichen wie lautlichen Gründen abgelehnt. Ausserdem nervt sich Kristol: «Auf die Hirngespinste einiger selbsternannter ‹Keltenfreunde›, welche neuerdings den Namen von der sagenhaften keltischen Insel Avalon herleiten wollen, wird nicht eingegangen.»

Zufikon

1. Erwähnung: 12. Jh.

Nennungen: Zuffikon, Zuffinchofa, Zuffinchon, Zufichon, Zuphinkon, Zuffikon, Zufikon

Der Name Zufikon ist eine Bildung aus dem ahd. Personennamen Uffo, einer Kurzform von Uodolf, und der Ortsnamenendung -(i)kofen/-(i)kon. Als Grundform ist ahd. *Uff-ing-hovun «bei den Höfen der Sippe des Uffo» anzunehmen. Diese Namenform wurde schon früh mit der Präposition ze, zu «in» verbunden (*ze Uffinghovun wird zu Zuffinghoven).