Im Frühjahr 2012 soll das Konzept «Schulsozialarbeit Primarschulen Mutschellen» anlaufen. Der erste Schritt sieht vor, die Schulsozialarbeit an den beiden Primarschulen Widen und Rudolfstetten-Friedlisberg zu verankern; Widen hat 250 Schulkinder, Rudolfstetten 275. Falls erwünscht, kann das Konzept später auf die Primarschulen Berikon und Oberwil-Lieli ausgedehnt werden.

Abstimmung am 11./24. November

Das entworfene Modell kommt an die bevorstehenden Gemeindeversammlungen. In Rudolfstetten-Friedlisberg wird am 11. November getagt und abgestimmt, in Widen am 24. November.

Die gemeinsame Schulsozialarbeit sieht 80 Stellenprozente vor, je 40 für beide Gemeinden. An jeweils zwei Tagen pro Woche soll eine Schulsozialarbeiterin oder ein Schulsozialarbeiter an der Primarschule Widen und an der benachbarten Schule Rudolfstetten tätig sein.

Kostenpunkt: 50000 Franken

Falls eine Gemeinde das Konzept wider Erwarten ablehnt, kann die andere Gemeinde autonom handeln. Das heisst, die befürwortende Gemeinde würde dann das Konzept in Alleinregie mit einem 40-Prozent-Pensum umsetzen.

Die Einführung des Schulleitungsmodells kostet beide Gemeinden jährlich je rund 50000 Franken. Hinzu kommen einmalige Kosten von je 6500 Franken pro Gemeinde fürs Einrichten je eines Arbeitsplatzes im Primarschulhaus Widen und im Schulhaus in Rudolfstetten.

Weshalb gemeinsame Lösung?

Aus mehreren Gründen haben sich die Schulverantwortlichen von Rudolfstetten und Widen entschlossen, das Modell gemeinsam umzusetzen. Rudolfstettens Schulleiterin Nicole Fischer: «Gemeindeübergreifend können wir vertieft Schwerpunkte in der Prävention setzen. Vorbeugende Massnahmen sind sehr wichtig.»

Ausserdem verbillige eine gemeinsame Lösung die administrativen Arbeiten der Schulsozialarbeit.

Für Aldo Patriarca, den Wider Schulpflegepräsidenten, bietet dieses Konzept «den grossen Vorteil eines engen Austausches mit den Fachkräften der Schulsozialarbeit an der regionalen Oberstufe, an der Kreisschule Mutschellen».

Widens Schulleiter Peter Herzog erhofft sich von der Einführung der professionellen Schulsozialarbeit «eine Entlastung der Schulverantwortlichen sowie eine Steigerung der Schulqualität und des Unterrichts». Doris Fischer, die Schulpflegepräsidentin von Rudolfstetten, ist überzeugt, dass das griffige Konzept die sozialen Probleme an den zwei Primarschulen abzufedern hilft.

Christian Schaub, Vizeammann von Rudolfstetten, hält das gemein-same Modell für wirksam und für kostendämpfend: «Wenn dank des Konzepts nur ein einziger sehr auffälliger Schüler nicht in ein Heim eingewiesen werden muss, werden der Gemeinde hohe Kosten erspart.»