Gemeindeversammlung
Bremgarten schafft den Posten eines «Citymanagers» fürs Standortmarketing – Friedhofsreglement ebenfalls bewilligt

Die Gemeindeversammlung genehmigt in Bremgarten der Verwaltung unter anderem eine neue 70-Prozent-Stelle für das Standortmanagement sowie ein überarbeitetes Friedhofsreglement.

Marc Ribolla
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Die Bremgarter Holzbrücke ist nun mit Geranien geschmückt.

Die Bremgarter Holzbrücke ist nun mit Geranien geschmückt.

Melanie Burgener

Stadtammann Raymond Tellenbach und seine zuständige Stadträtin Monika Briner rührten an der Gemeindeversammlung im Casino verbal die Werbetrommel für die Schaffung einer neuen 70-Prozent-Stelle fürs Bremgarter Standortmarketing mit geschätzten Personalkosten von rund 100'000 Franken.

Ein «Citymanager» soll Bremgarten noch stärker als attraktiven Standort positionieren. Tellenbach schloss:

«Es ist eine Investition in die Zukunft für ein lebendiges Bremgarten mit toller Altstadt.»

Aus den Reihen der 133 anwesenden Stimmberechtigten wurden in der Folge zwar kritische Fragen gestellt bezüglich Kosten, Nutzen oder Messbarkeit der zukünftigen Arbeit des «Citymanagers».

Man solle aber auch über die eigene Nasenspitze hinaus schauen und das Projekt unterstützen, erwähnte andererseits eine Befürworterin. In der Abstimmung stimmten am Ende nur 14 Anwesende dagegen.

Definitiv die letzte Gmeind war es für die zurücktretende Monika Briner, deren Nachfolger oder Nachfolgerin am nächsten Sonntag gewählt wird. «Die Schaffung der Stelle fürs Standortmarketing ist ein schönes Abschiedsgeschenk», sagte sie den Anwesenden im Casino.

Gemeinschaftsgrab mit Namensnennung

Die Versammlung genehmigte ausserdem das überarbeitete Reglement übers Friedhof- und Bestattungswesen ohne Gegenstimme und ohne Diskussion. Das neue Reglement harmonisiert unter anderem die Regelungen für die beiden Friedhofanlagen in Bremgarten und Hermetschwil-Staffeln.

Der Friedhof Bremgarten in der Abenddämmerung am Donnerstagabend.

Der Friedhof Bremgarten in der Abenddämmerung am Donnerstagabend.

Foto: Marc Ribolla

Grossrätin Karin Koch Wick (Mitte) beantragte zuvor als Änderung, dass mittellose verstorbene Bremgarterinnen und Bremgarter in Zukunft namentlich am Gemeinschaftsgrab erwähnt werden sollen. Die Versammlung folgte ihrem Antrag und strich die Passage «ohne Namensnennung» aus dem entsprechenden Paragrafen heraus.

Besoldung des Stadtrats bleibt unverändert

Diskussionslos passierte auch die Rechnung 2020 mit dem Steuerfuss von 94 Prozent. Die Erfolgsrechnung schloss dabei im Vergleich zum Budget um knapp 1,46 Mio. Franken besser ab. So resultierte ein positives operatives Ergebnis von 0,13 Mio. Franken statt des budgetierten Minus von 1,33 Mio. Franken. Mit der Entnahme aus der Aufwertungsreserve von 1,119 Mio. Franken schaut im Gesamtergebnis ein Plus von 1,250 Mio. heraus.

133 Stimmberechtigte nahmen an der Bremgarter Gemeindeversammlung im Casino teil.

133 Stimmberechtigte nahmen an der Bremgarter Gemeindeversammlung im Casino teil.

Foto: rib

Ebenfalls genehmigt wurden der Rechenschaftsbericht 2020, die Kreditabrechnung zur neu gestalteten Wohlerstrasse sowie 1,1 Mio. Franken für die IT der Schule.

Die Besoldung des Stadtrats bleibt für die Amtsdauer 2022/25 gleich. Der Stadtammann erhält im 50-Prozent-Pensum 95'000 Fr., der Vizeammann 40'000 Fr., die übrigen Stadträte 31'000 Fr. Sämtliche Beschlüsse der Versammlung sind noch nicht rechtskräftig und unterstehen dem fakultativen Referendum.

GLP-Antrag zum Label «Energiestadt» abgelehnt

Wie im Vorfeld angekündigt, stellten die Grünliberalen mit Co-Präsident Dominik Peter unter dem Traktandum Verschiedenes einen Antrag bezüglich des Labels «Energiestadt».

Der Stadtrat solle beauftragt werden, an der nächsten Gmeind einen Bericht zu unterbreiten, in dem der Beitritt zu diesem Trägerverein geprüft wird - oder allenfalls auch abgelehnt wird. Nach ausgiebiger rund halbstündiger Diskussion lehnten 61 Anwesende den GLP-Antrag ab, deren 54 votierten dafür.